arbeitung des eigenen sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Schicksals“ sowie die Zielsetzung sein, die Betroffenen zu„Problemerkenntnis, Problemlösung und Problemlösungsbeurteilung“ zu befähigen(Borrelli/Fischer 1979; vgl. auch Fischer 1981). Bei der Umsetzung dieser Orientierung können und sollten die besonderen Lebenslagen und Bedürfnisse von Angehörigen unterschiedlicher Migrantengruppen, z.B. von jugendlichen Migranten, Mädchen und Frauen, älteren Migranten sowie von Flüchtlingen und Flüchtlingskindern berücksichtigt werden(vgl. z.B. Karpf/Kiesel 1997; Meinhardt 2000). Als ‚Hilfe zur Migrationsbewältigung’ ist Politische Bildung auch für und mit báåÜÉáãáJ ëÅÜÉå von Bedeutung. So ist es für die auf die Industriestaaten= bezogenen Zuwanderungspolitiken nicht zuletzt unter Gesichtspunkten der gesamtgesellschaftlichen Integration unabdingbar, die Einstellungen der einheimischen Bevölkerung gegenüber den Problemen der Migration und Integration in Richtung einer größeren^âòÉéí~åò zu beeinflussen(vgl. Oberndörfer 2001b, S. 12). Dies gilt zum einen hinsichtlich der Vermittlung der Einsicht, dass Prozesse der internationalen Migration eine globale Herausforderung darstellen und Maßnahmen zum Abbau von Flucht- und Migrationsursachen unerlässlich sind, aber auch hinsichtlich der Vorbereitung der Einheimischen auf die Integration neuer Zuwanderer und das Zusammenleben mit diesen innerhalb der Einwanderungsgesellschaft(vgl. King/Schneider 1991, S. 43; Opitz 2001b; Husa/Parnreiter/Stacher 2000). Derartige Lernprozesse könnten auch durch eine Politische Bildung gefördert werden, die von den j~ëëÉåãÉÇáÉå getragen wird. In den vergangenen Jahren hat deren Berichterstattung in den westeuropäischen Ländern allerdings in eher gegenteiliger Richtung gewirkt. Insbesondere durch die„Präsentation von Einwanderung, Einwanderern oder Minderheiten als problembehaftet, konfliktbeladen oder sogar als bedrohlich“(van Dijk 1991, S. 16) und durch die Verbreitung von unzutreffenden und die Unterlassung von relevanten Informationen wurden bei der einheimischen Bevölkerung stereotype Feindbilder produziert und Ängste geschürt. Sollen demgegenüber demokratische, tolerante und interkulturelle Orientierungen gefördert werden, so erfordert dies eine Berichterstattung, die generell auf Aufklärung über gesellschaftspolitische Sachverhalte und Zusammenhänge gerichtet ist und in der die Minderheiten nicht nur in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Problemen und vermeintlichen Bedrohungen, sondern als ein integraler und selbstverständlicher Bestandteil und/oder als eine ‚Ressource’ der Gesellschaft thematisiert werden. Auf diese Weise könnten Grundlagen für eine selbständige Meinungs- und Urteilsbildung geschaffen, Kommunikationsprozesse gefördert sowie Anregungen für eine demokratische Bewältigung bestehender sozialer Probleme entwickelt werden. 176 ^ÄÄ~ì=îçå=sçêìêíÉáäÉå=ìåÇ=ê~ëëáëíáëÅÜÉå=lêáÉåíáÉêìåÖÉå: Zu einer der Haupt- und Daueraufgaben einer demokratisch orientierten Politischen Bildung in der Einwanderungsgesellschaft gehört es, zum Abbau von Vorurteilen und rassistischen Orientierungen beizutragen: „Sie gehört zu deren Hauptaufgaben, weil Vorurteile die Bereitschaft zur Diskriminierung anderer Menschen(gruppen) fördern, oft deren Menschenwürde verletzen und dem Gleichheitsgrundsatz(Art. 3 GG) zuwiderlaufen. Sie bleibt eine Daueraufgabe, weil in den komplexen, offenen, mehr und mehr multikulturellen Gesellschaften, wo Angehörige unterschiedlichster Gruppen zusammenleben und miteinander bei differierenden 176 Vgl. Coussey 2000, S. 29 f.; Bauböck 1997, S. 197 f.; Jäger u.a. 1998; Butterwegge/Hentges/Sarigöz 1999; Geißler 2001; Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2000, S. 21. 83
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Integrations- und Antidiskriminierungspolitik in Einwanderungsgesellschaften : zwischen Ideal und Wirklichkeit der Demokratie
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