Druckschrift 
Internet und politische Bildung : zehn Thesen
(August 2000)
Entstehung
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Thomas Meyer Internet und Politische Bildung Zehn Thesen jährigen geworden. Zu den innovativen Ergebnissen hingegen ist die produktive Einbezie­hung des Internet in die politische Bildungsarbeit zu rechnen, eine der Voraussetzungen dafür, dass sich die jüngeren und jüngsten Adressaten für das Angebot künftig verstärkt interessieren können. II. Spiegel der Gesellschaft Dass die Nachfrage nach politischer Bildung immer nur ein Ausdruck der gesellschaftli­chen Entwicklung sein kann- ihrer Bewusstseinslagen, Lebensweisen, Lebensorientierun­gen, Kommunikationsgewohnheiten, persönlichen Bedürfnisse, der Verbreitung des Inte­resses an Politik und seiner Art und seines Ausmaßes- versteht sich von selbst. Es ist daher überaus normal und geboten, dass sie von Zeit zu Zeit selber eine Generalrevision unternimmt, spätestens natürlich, wenn die Teilnehmer weglaufen. Vermutlich befinden wir uns gegenwärtig immer noch in Mitten eines tief greifenden Umbruchs unserer gesell­schaftlichen Entwicklung, der u.a. darin zum Ausdruck kommt, dass alle drei bis vier Jahre eine neue Generalüberschrift für das Neue zirkuliert- von der individualisierten über die Risiko- und die Medien- zur Wissensgesellschaft und schließlich zur digitalisierten Wirt­schaft und Gesellschaft. All diese Überschriften bezeichnen wesentliche Dimensionen tief­gehenden Wandels und in ihrer Gesamtheit dessen Komplexität, Offenheit und Unabge­schlossenheit. Das meiste davon hat einerseits Auswirkungen auf die politische Bildung und wird andererseits für ihre Arbeit, ihre Ziele und Methoden zur Herausforderung. Da politische Bildung weder ein echter Nutzermarkt ist, noch eine nennenswerte durchset­zungsfähige Lobby hat, befindet sie sich bei der Bewältigung dieses Wandels strukturell immer in einer prekären Situation. Sie enthält aber außer den offensichtlichen Risiken im­mer auch neue Chancen. III. Gesellschaftlicher Wandel Die gesellschaftlichen Veränderungen der jüngsten Zeit waren ungewöhnlich zahlreich und vergleichsweise tiefgreifend, von den für die politische Erwachsenenbildung beson­ders bedeutsamen nenne ich die folgenden: Die weiter voranschreitende Individualisierung und mit ihr verbunden die Pluralisierung und Segmentierung der Lebensweisen. Die Lebensentwürfe, die Alltagsästhetik, die Kommunikationsgewohnheiten, die Mediennutzung, Umfang und Art des Interesses an Politik werden, zum Teil generationsbedingt, immer vielfältiger und unübersichtlicher. www.fes-online-akademie.de Seite 2 von 10