Thomas Meyer Internet und Politische Bildung – Zehn Thesen habe in einem gewissen Maße abgebaut werden können, ja eine der Aufgaben künftiger politischen Bildung gerade darin besteht, diese Differenzen zu verringern, wäre es doch ein auf absehbare Zeit hoffnungslos idealistisches Unterfangen, diese Grenzen zu ignorieren. VIII. Ein vernünftiger Angebotsmix Als Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen der politischen Bildung brauchen wir nach alledem einen- im Hinblick auf die uses- and gratifications-Kriterien- entwickelten Angebotsmix. Mir erscheinen die folgenden sechs Entwicklungslinien gleich wichtig und erfolgversprechend(ich stütze sie teilweise mit Blick auf konkrete Projekte in der Friedrich-Ebert-Stiftung): 1. Erfahrungsnahe Angebote, in denen sich die Vermittlung direkter und indirekter Berufsqualifikationen mit politischer Bildung überzeugend überlappen- entweder berufsnah(Journalisten, Lehrer, Verwalter, Organisatoren, Organisationsmanager, Berater, angehende Aktive in Verbänden und Parteien usw.) oder orientiert an den in sehr vielen Berufen verlangten Schlüsselqualifikationen(Planung, Organisation, Management, Moderation, Kommunikation, Veranstaltungsplanung usw.). Beispiel: das Projekt Management und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung: Hier sind etwa 90% der Teilnehmer unter 55 Jahren, über 35% unter 35 Jahren, von den noch Jüngeren werden die meisten zur Zeit eher durch die notwendigen Teilnehmerbeiträge als durch das Angebot selbst fern gehalten. Das Projekt ist freilich stark konzentriert auf die gehobenen, durch überdurchschnittliche Bildungs- und Einkommensvoraussetzungen gekennzeichneten modernen Milieus. 2. Kurzfristige und kurzzeitige, an aktuellen Einzelthemen und Kontroversen orientierte Angebote. Auf einer wenige Stunden umfassenden, nach Thema, Methoden, Akteurskreisen, gut ausgewählten und angekündigten Veranstaltung können Hilfen zur analytischen Klärung, zur Informationsergänzung und Entscheidungsfindung zu unmittelbar interessierenden Fragen gegeben werden, in der Regel in Gesprächsform, mit Möglichkeiten der Gesprächsbeteiligung aller Anwesenden. Beispiel: Offene Dialogforen in gesellschaftlichen Lebensräumen, wo die Probleme aktuell anstehen. Etwa Samstag Nachmittag, Hamburg-Wilhelmsburg(60% Ausländeranteil) zum Thema:„Zusammenleben der Kulturen". 3. Nicht-netzbasierte Angebote, die an die populäre Jugendkultur anknüpfen. Beispiel: Wochenveranstaltungen zum Thema"Rockmusik und Politik" mit überwiegenden Musikteilen und spontanen, auf die Erfahrung mit der Politik bezogenen Rewww.fes-online-akademie.de Seite 7 von 10
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