Druckschrift 
Internet und politische Bildung : zehn Thesen
(August 2000)
Entstehung
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Thomas Meyer Internet und Politische Bildung Zehn Thesen zenzuschreibungen durch die Veranstalter der politischen Bildung selbst. Wie bei der Me­diennutzung fragen die verschiedenen Nutzergruppen je auf ihre höchst unterschiedliche Weise nach den persönlichen Nutzen des Angebots und dessen erwarteter Befriedigungs­qualität in ihrer jeweiligen Situation. Es sind nicht viele Menschen, für die politische Ur­teilsfähigkeit, politische Handlungskompetenz oder die Stabilität der Demokratie schon als solche das zureichende Motiv für die Teilnahme an Veranstaltungen der politischen Bil­dung darstellen. Für die allermeisten muss ein sehr kräftiger Schuss unmittelbar persönli­chen Nutzens beigemischt- eher schon dominant- sein, wenn sie sich für die Angebote interessieren sollen. In Umfragen der Friedrich-Ebert-Stiftung gaben zwischen 80 und 90% der Angehörigen der wichtigsten Zielgruppen für politische Bildung zu Protokoll, dass sie sich für Angebote der politischen Bildung dann interessieren, wenn diese zugleich ihrer beruflichen Arbeit und ihrer Orientierung im Alltagsleben zugute kommen. Auch wenn es keinen Zweifel daran geben kann, dass politische Bildung ihren Zielsetzungen und ihren Arbeitsweisen nach immer etwas anderes bleiben wird als berufliche Fort- und Weiterbildung, kann sich kein Angebot der politischen Bildung diesem handfesten Überschneidungsinteresse bzw. Kombinationswunsch der potentiellen Teilnehmer ganz entziehen, das nicht den An­schluss an die gesellschaftlichen Veränderungen hoffnungslos verlieren will. V. Politische Bildung mit Bindestrich Es sind also drei mitbedingende Faktoren, die ein solcher uses- and gratifications-Ansatz bei der Planung politischer Bildung für die Zukunft in Rechnung stellen muss: 1. Das Angebot muss auch für die berufliche Zukunft der Adressaten Bedeutung haben. 2. Das Angebot muss auch für die persönliche Lebensführung interessant sein. 3. Das Angebot muss an die alltagsästhetischen Kommunikationsgewohnheiten der Nut­zer anschließen können. Das sind Rahmenbedingungen für das Angebot der politischen Bildung und die von ihr zu leistende Bearbeitung politisch wichtiger und interessanter Themen und Zusammenhänge, aber natürlich nicht die Inhalte und Ziele selbst. www.fes-online-akademie.de Seite 4 von 10