27 nationalen Kampfes der Frauen stellte sie in dem Bericht die Forderung nach voller politischer Gleichberechtigung der Geschlechter, unbeschränktem Vereins- und Versammlungsrecht sowie aktivem und passivem Wahlrecht. So wie sie dachten damals die meisten SPD-Frauen. Viele der anderen Länderberichte waren ähnlich, fast alle äußerten sich zum Thema Frauenwahlrecht. 54 In einigen spiegelte sich bereits die Sorge über einen drohenden Krieg und die Notwendigkeit des Kampfes gegen ihn, denn in allen Industriestaaten wurde kräftig aufgerüstet. In den Protokollen über die Konferenz fanden Rama aus Bombay in Indien und Tokyiro Kato aus Japan besondere Würdigung. Sie sprachen über Armut, Ausbeutung und Rechtlosigkeit in ihren Ländern. Eine der finnischen Delegierten, Hilja Parssinen(1876 – 1935), war zu dieser Zeit bereits Mitglied im Parlament, denn die Finninnen waren die ersten Frauen in Europa, die 1906 bereits das Stimmrecht erhielten und gewählt werden konnten. Besonderes Lob erfuhr auch Angelica Balabanoff(1878 – 1965), denn sie vertrat bei der Konferenz nicht nur die Turiner Frauen, sondern trug als unermüdliche Übersetzerin zum Gelingen des Kongresses bei. International einheitliche Marschrouten Clara Zetkin, die die Konferenz als wichtiges Forum der proletarischen Frauenbewegung begriff, trat in ihren Redebeiträgen nicht nur für das Frauenwahlrecht ein, sondern auch für bessere und mehr Rechte für Frauen und für Arbeiterinnenschutz. 55 Sie betrachtete die Stuttgarter Konferenz als einen„ersten tastenden Versuch, zwischen den organisierten Sozialistinnen der ver54 Berichte, S. 20 – 49. 55 Protokolle. Erste internationale Konferenz sozialistischer Frauen, Erster und Zweiter Verhandlungstag, Sonnabend, den 17. August, und Montag, den 19. August 1907, AdsD.
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"Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!" : Die internationale sozialistische Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Kampf um das Frauenwahlrecht
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