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"Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!" : Die internationale sozialistische Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Kampf um das Frauenwahlrecht
Entstehung
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34 Einewuchtige sozialdemokratische Kundgebung Unter dem KampfrufHeraus mit dem Frauenwahlrecht gingen am ersten Internationalen Frauentag, am 19. März 1911, mehr als eine Million Frauen auf die Straße und forderten für alle Frauen soziale und politische Gleichberechtigung. Der Frauen­tag 1911 wurde ein voller Erfolg. Er war einewuchtige sozial­demokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, so heißt es in einem schriftlichen Bericht des SPD-Parteivorstandes über diesen Tag. 69 Etliche Frauen der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung nahmen an den Veranstaltungen teil oder überbrachten Grußad­ressen. Da die bürgerlichen Frauen sich in diesem Falle hinter die Forderungen der proletarischen Bewegung stellten, war ein gemeinsames Demonstrieren möglich. So war es eine der selte­nen öffentlich gezeigten Übereinstimmungen von bürgerlichen und sozialistischen Frauen.Die Gleichheit berichtete an­schließend:Zahlreiche Polizeimannschaften in der Nachbar­schaft der Versammlungslokale bewahrten revolvergerüstet die Stadt vor dem Umsturz der Frauen. 70 In vielen Orten des Rei­ches fanden Versammlungen statt, auf denen Resolutionen zum Frauenstimmrecht beschlossen wurden. Allein in Groß-Berlin wurden 42 Veranstaltungen gezählt, die alle glänzend besucht waren. Bürgerliche Depeschenbüros schätzten die Zahl der Teil­nehmer auf 30.000höchstwahrscheinlich gut über die Hälfte zu niedrig, vermutete dieGleichheit. 71 Außer in Deutschland wurde der Frauentag 1911 in den USA, in der Schweiz, in Dänemark und in Österreich veranstaltet. Bis zum Ersten Weltkrieg kamen Frankreich, Holland, Schweden, Russland und Böhmen hinzu. Zudem fanden Hunderte von 69 Frauenbüro beim Parteivorstand der SPD(Hg.), Informations- und Refe­rentenmaterial. Sonderausgabe, Bonn o.J., o.S. 70 Die Gleichheit, 20. Jg., vom 27.3.1911. 71 Ebda.