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"Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!" : Die internationale sozialistische Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Kampf um das Frauenwahlrecht
Entstehung
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32 nationalen Frauenbüros in Stuttgart eingesetzt hatte und ihrer Bewunderung über die Freundin Clara Zetkin Ausdruck verlie­hen hatte, dieauch diese Arbeitslast noch auf sich nahm, wur­de der Vorschlag von Luise Zietz, ein Internationales Frauen­sekretariat einzurichten, um die internationale Zusammenarbeit der sozialistischen Frauen zu intensivieren, einstimmig ange­nommen. Die Genossinnen der einzelnen Länder sollten alljähr­lich zusammenfassende Berichte über die Frauenbewegung ihres Heimatlandes an das Frauensekretariat senden. Zum Sitz der Zentralstelle wurde Deutschland bestimmt. Zur Sekretärin der Sozialistischen Fraueninternationale wurde Clara Zetkin ge­wählt. Sie übte diese Funktion bis 1917 aus. Das vierzehntägig erscheinende Frauenblatt der deutschen Sozialdemokratie für die Interessen der ArbeiterinnenDie Gleichheit wurde auf Vor­schlag von Luise Zietz und Emma Ihrer zum Organ der Sozialis­tischen Fraueninternationale bestimmt. Die Frauen erhielten die Zeitschrift nun kostenlos zur Weiterbildung und Information. Der Internationale Frauentag Von größerer historischer Bedeutung als die erste Konferenz ist die II. Internationale Konferenz sozialistischer Frauen, die am 26. und 27. August 1910 in Kopenhagen stattfand, gewesen. Dort nämlich wurde der Internationale Frauentag ins Leben gerufen. Wie die vorhergehende und die folgende Konferenz wurde sie kurz vor dem Kongress der Internationale abgehalten, um dort die wichtigsten Resolutionen vorlegen zu können. Clara Zetkin hatte gemeinsam mit Käte Duncker(1871 1953) und Genos­sinnen den Antrag für die Durchführung eines Internationalen Frauentages,der in erster Linie der Agitation für das Frauen­wahlrecht dienen sollte, zur Abstimmung gebracht. Die Idee zum Internationalen Frauentag kam aus den USA, dort hatte es Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts große Arbeite­rinnenstreiks gegeben und am 20. Februar 1909 wurde erstmals demonstriert.