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"Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!" : Die internationale sozialistische Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Kampf um das Frauenwahlrecht
Entstehung
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41 fordert. Zwei Tage später trafen sich ebenfalls in Stockholm sozialdemokratische Frauen aus Bulgarien, Deutschland, Finn­land, Österreich, Rumänien, Russland und der Schweiz und be­rieten unter der Leitung von Angelika Balabanov über die Fort­führung und Festigung der Beziehungen zwischen den Sozialis­tinnen aller Länder und deren Kampf um die wirtschaftliche, soziale und politische Gleichberechtigung. Der Internationale Frauentag 1917, der illegal begangen werden musste, stand un­ter dem MottoFriede und Freiheit. Die Spaltung war nicht mehr aufzuhalten 1917 wurde die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie mit der Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands(USPD) manifest. Viele Frauen schlossen sich der neu gegründeten Partei an, weil sie die Kriegspolitik der SPD­Führung und vor allem die Bewilligung der Kriegskredite nicht weiter mittragen konnten. Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Luise Zietz und viele andere waren darunter. Clara Zektin verlor da­durch ihre Stelle als Frauensekretärin im zentralen Parteivor­stand und die Redaktionsleitung derGleichheit. Marie Ju­chacz, die die Mehrheitssozialdemokraten vertrat, bekam die Ämter, die Clara Zetkin und Luise Zietz abgeben mussten, über­tragen. 84 Sie wurde Frauensekretärin im zentralen Parteivorstand der SPD und übernahm die verantwortliche Redaktion der Gleichheit. 84 Marie Juchacz sagte später über sich selber, dass sie sich nie nach Funkti­onen gedrängt habe, aber immer zur Verfügung stand, wenn man sie gerufen hatte. Während einer Rede zum Internationalen Frauentag 1950 sagte sie über Clara Zetkin:Sie war wohl eine der berufensten Frauen.[...] Sie hatte ihr Leben dem Sozialismus geweiht. Siehe: Marie Juchacz, Zum Internatio­nalen Frauentag. Wie es damals war, Redemanuskript, März 1950, in: AdsD, Sammlung Personalia Marie Juchacz.