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Afghanistan - den Frieden verhandeln : Bericht der Internationalen Task Force für Afghanistan im Auftrag der Century Foundation
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LAKHDAR BRAHIMI UND THOMAS R. PICKERING| AFGHANISTAN DEN FRIEDEN VERHANDELN Vorwort zur deutschen Ausgabe Kaum ein anderes Land war in der außen-, sicherheits- und entwicklungspolitischen Debatte der letzten Jahre so präsent und wichtig wie Afghanistan. Der Tod von Osama bin Laden hat uns auf dramatische Weise daran erinnert, dass es die Anschläge auf das World Trade Center waren, die die Internationale Gemeinschaft zu einer gemeinsamen Aktion gegen den internationalen Terrorismus und für Stabilität in der Region Südasien zusammengebracht hatten. Auch Deutschland wollte und will seine Sicherheit am Hindukusch verteidigen. Dabei gab es in den letzten Jahren sicher Fortschritte, aber immer auch wieder massive Rückschläge: Bei den letzten Wahlen wurden Parlamentskandida ­ten entführt, Wahllokale beschossen und zahlreiche Menschen getötet; Die afghanische Regierung ist mit den Folgen der weit verbreiteten Korruption schwer belastet; Und die Sicherheitssituation ist für Internationale wie Afghanen und Afghaninnen gleichermaßen bedrückend. Dabei steht Afghanistan nun im Jahr 2011 wieder an einem Scheideweg, dessen Ausgang nicht nur für die Afghanin­nen und Afghanen selbst, sondern auch für seine Nachbarstaaten und die Internationale Gemeinschaft von herausra­gender Bedeutung ist: Wird mit dem Beginn des Abzugs internationaler Truppen der Weg für eine konstruktive, eine politische Gestaltung des Transitionsprozesses eingeleitet? Oder müssen wir mit einer Fortsetzung der Spirale von Gewalt, Gegengewalt, Unterdrückung und Korruption rechnen? Wir freuen uns, mit dieser nun auch in deutscher Sprache vorliegenden Studie»Afghanistan. Den Frieden verhandeln« einen Beitrag zur politischen Afghanistan-Debatte leisten, Impulse für die im Dezember diesen Jahres in Bonn statt­findende Internationale Afghanistan-Konferenz geben und mögliche Antworten auf die zur Zeit drängenden Fragen finden zu können. Die Studie ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche, die die» International Task Force on Afghanistan in its Regional and Multilateral Dimensions« im Zeitraum Juli bis November 2010 in Afghanistan, Pakistan und Indien, in Tadschikistan, Russland, der Türkei und Großbritannien geführt hat. Die Task Force wurde von dem US-amerikanischen Think Tank » The Century Foundation« gegründet und von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Konferenzen in Kabul, Neu Delhi und Moskau begleitet und unterstützt. Im März 2011 wurde der Bericht der Task Force unter dem Titel»Afghanistan: Negotiating Peace« in den Vereinigten Staaten veröffentlicht, im Mai diesen Jahres stellte Lakhdar Brahimi, ehemals Sondergesandter der Vereinten Natio­nen für Afghanistan und Vorsitzender der Internationalen Afghanistan Task Force, auf Einladung der Friedrich-Ebert­Stiftung den Bericht erstmals der deutschen Öffentlichkeit in Berlin vor. Jürgen Stetten Leiter Referat Asien und Pazifik Friedrich-Ebert-Stiftung