2. Daten und Erhebung Ziel der„Jugendstudie zur Bundestagswahl 2025“ war es, das Informationsumfeld, die politischen Einstellungen und das politische Verhalten junger Menschen zu erfassen und zu erklären. Wir haben dazu Personen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren zu unserer Umfrage eingeladen. Wir haben absichtlich nicht nur Wahlberechtigte ab 18 Jahren und solche, die aufgrund des Vorziehens der Wahl die Wahlberechtigung verpasst haben, für unsere Umfrage ausgewählt. Auch jüngere Kohorten, die etwa bei der Europawahl 2024, aber auch bei anderen Kommunal- oder Landtagswahlen schon wahlberechtigt waren, oder aber, wie die 15-Jährigen, noch nie wählen durften, haben wir zur Teilnahme eingeladen. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, systematisch zu untersuchen, wie sich Altersgrenzen auf Wahrnehmungen, Präferenzen und das Verhalten junger Menschen auswirken. Insgesamt haben wir ein zweistufiges Auswahlverfahren gewählt: Im ersten Schritt wurden Kommunen(unterschiedlicher Größe) ausgewählt, um von den dortigen Einwohnermeldeämtern Postadressen junger Menschen zu beziehen. Für die„Jugendstudie zur Europawahl 2024“ hatten wir Kommunen in allen 16 Bundesländern kontaktiert; insgesamt waren damals 46 Kommunen in unserer Stichprobe. Die besonderen Umstände der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 haben diesbezüglich allerdings ihren Tribut gefordert, sodass wir aus finanziellen und logistischen Gründen für die„Jugendstudie zur Bundestagswahl 2025“ nur sechs Bundesländer einbeziehen konnten, nämlich die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sowie die Flächenländer Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Gleichwohl wollten wir mit dieser Auswahl an Bundesländern wie auch mit der Auswahl an Kommunen innerhalb der Flächenländer eine große Varianz sicherstellen – etwa zwischen Ost und West oder auch zwischen großstädtischen und anderen, eher ländlichen Kontexten. Von Kommunen kleiner und mittlerer Größe haben wir bis zu 500 Adressen angefragt; für Großstädte grundsätzlich 1.000 Adressen. Für die Stadtstaaten Hamburg und Berlin haben wir die Zahl auf 4.000 bzw. 5.000 erhöht, um dort auch differenzierte Binnenanalysen innerhalb der Städte vornehmen zu können – auch wenn dies nicht Gegenstand des vorliegenden Berichts ist. 2 Um schließlich zumindest an einer Stelle die Möglichkeit zu haben, die für junge Menschen resultierenden Ergebnisse mit dem Rest der (wahlberechtigten) Bevölkerung zu vergleichen, haben wir für Berlin weitere 5.000 Adressen für die restliche Wahlbevölkerung(im Alter zwischen 21 und 79 Jahren) angefragt. Schlussendlich sind 28 Städte und Gemeinden aus den sechs ausgewählten Bundesländern Teil unserer Stichprobe zur Bundestagswahl geworden. Die Liste aller einbezogenen Städte und Gemeinden für die Europawahl- wie auch die Bundestagswahlstudie findet sich im Anhang. Einige Gemeinden – auch über die drei Stadtstaaten hinaus – sind dabei in beiden Jugendwahlstudien vertreten, also sowohl zur Europawahl 2024 als auch zur Bundestagswahl 2025. Das erlaubt uns, die Ergebnisse(und vor allem etwaige Unterschiede) zwischen den beiden Wahlen und Wahljahren noch genauer und robuster erkennen zu können. Wichtig zu erwähnen ist gleichwohl, dass es sich dabei nicht um ein Panel handelt. Die Befragten aus diesen in beiden Studien enthaltenen Gemeinden sind andere. Insgesamt haben wir dieses Mal rund 32.000 junge Menschen postalisch(und datenschutzkonform) zu unserer Befragung eingeladen. Die Anschreiben beinhalteten einen personalisierten Zugangscode zu einer Onlineumfrage, die unter www. w ahlstudie. d e erreichbar war. Insgesamt nahmen 4.801 Menschen(mindestens teilweise) teil, was einer Quote von rund 15 Prozent entspricht. Darin enthalten sind für die skizzierten Vergleichszwecke auch 878 Befragte aus Berlin im Alter zwischen 21 und 79 Jahren. Teilgenommen haben die Befragten vom 6. März 2025 bis zum 4. Mai 2025, wobei 90 Prozent der Rückläufe bis zum 3. April eingegangen sind. Das Beantworten unserer Fragen dauerte im Mittel rund 23 Minuten. An unserer Studie zur Europawahl nahmen 7.970 junge Menschen(mindestens teilweise) teil, was damals ebenfalls einer Quote von rund 15 Prozent entsprach. Als Produkt dieses Stichprobendesigns wie auch der hohen Fallzahl liefert unsere Befragung ein vielschichtiges Bild zu den politischen Einstellungen und dem politischen Verhalten junger Menschen in ausgewählten Kommunen in sechs deutschen Bundesländern, im Falle Berlins noch dazu im Vergleich zum Rest der Wahlbevölkerung. Darüber hinaus können wir den Kontext der Bundestagswahl 2025 unmit2 Ein großer Dank gebührt Matthias Sand von GESIS an dieser Stelle, der die Stichprobe der Gemeinden und Städte gezogen hat und uns auch während der Feldzeit wie auch im Nachgang stets mit Expertise, Rat und Tat zur Seite stand. 10 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
Buch
Überraschende Wahl, überraschende Stimmen : junge Menschen und die vorgezogene Bundestagswahl 2025
Entstehung
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten