Zustimmung zu verschiedenen Aussagen zum Prozess der Wahlentscheidung im Kontext der Bundestagswahl 2025 über alle Altersgruppen hinweg Nur Berlin(Mittelwerte, Skala von –2 bis+2) Abb. 20 Ich bin mit meiner Wahlentscheidung sehr zufrieden. Ich wollte vor allem darauf hinwirken, dass nach der Wahl in konkreten Problemfeldern eine bestimmte Politik gemacht wird. Ich wollte vor allem ausdrücken, wofür ich politisch stehe, egal was nach der Wahl konkret passiert. Ich habe vor allem daran gedacht, was mir persönlich nützt oder schadet. Ich wollte vor allem beeinflussen, welche Regierungskoalition sich nach der Wahl bildet. Meine Wahlentscheidung ist mir sehr schwergefallen. Ich wollte vor allem meine Unzufriedenheit mit der derzeitigen Politik zum Ausdruck bringen. Bei meiner Wahlentscheidung habe ich vor allem an bestimmte Politikerinnen und Politiker gedacht. Ich habe meine Wahlentscheidung nicht ganz so ernst genommen. –2 –1 0+1+2 Altersgruppe: 18–20 21–40 41–60 60+ Quelle: Jugendwahlstudie zur Bundestagswahl 2025, eigene Darstellung. Frageformulierung: siehe Abbildung 19. Abschließend wollen wir an dieser Stelle noch einen Blick auf Bildungsunterschiede werfen(Abbildung 21); auf die Differenzierung nach Geschlecht können wir dagegen in Ermangelung entsprechender Unterschiede verzichten. Gewisse Bildungsunterschiede treten bei fast allen Aussagen auf. An drei Stellen ist die Lücke besonders markant, nämlich bezogen auf Unzufriedenheit als Motiv, Eigennutz als Motiv sowie die empfundene Schwierigkeit der eigenen Wahlentscheidung. Junge Menschen, die das Abitur haben oder anstreben, wählen weniger protest- und eigennutzorientiert, aber das scheint das Wählen für sie insgesamt etwas schwieriger zu machen. 6.2 Optionen für die Wahlentscheidung Schließen wollen wir mit der Betrachtung der Frage, welche Parteien für verschiedene Gruppen junger Menschen eine Option sind, wenn es um ihre Wahlentscheidung geht. Dabei zielen wir an dieser Stelle nicht auf die tatsächlich gewählte Partei ab(dafür liegen bereits die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik vor, die für diesen Zweck viel präzisere Ergebnisse liefern, als wir das tun könnten). Wir wollen stattdessen eine Potenzialfrage nutzen:„Welche der folgenden Parteien können Sie sich generell vorstellen, jemals zu wählen? Sie können mehrere Parteien auswählen.“ Diese Potenzialfrage hat einerseits den Vorteil, ein grundlegenderes Bild der Bindungen junger Menschen an verschiedene Parteien zu zeichnen. Andererseits können wir mit diesem Indikator auch nicht wahlberechtigte junge Menschen in der Analyse berücksichtigen. Die Ergebnisse im Überblick zeigt Abbildung 22 – in vergleichender Betrachtung der Europawahl 2024 und der Bundestagswahl 2025. Zudem werden die Ergebnisse einmal für alle befragten jungen Menschen(oben) sowie nur für Befragte aus Kommunen, die in beiden Wahljahren Teil der Studie waren(unten), gezeigt, 36 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
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Überraschende Wahl, überraschende Stimmen : junge Menschen und die vorgezogene Bundestagswahl 2025
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