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Überraschende Wahl, überraschende Stimmen : junge Menschen und die vorgezogene Bundestagswahl 2025
Entstehung
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streben geht deutlich weniger Unterstützung der AfD ein­her(diese bleibt bei Menschen mit formal hoher Bildung auf sehr niedrigem Niveau). Ähnliches gilt zumindest für die Bundestagswahl 2025 auch für das BSW. Dagegen schneiden die Mitte-Links-Parteien bei den formal Hochge­bildeten sehr viel besser ab. Im Gegensatz dazu werden CDU, SPD und vor allem die Grünen bei Menschen, die kein Abitur haben oder anstreben, im Kontext der Bundes­tagswahl 2025 seltener als wählbar eingestuft. In diese sich offenkundig öffnende Lücke stößt die Linke, auch wenn sie in dieser Gruppe nicht ganz das Niveau erreicht, das sie bei Menschen mit formal hoher Bildung hat. Schließlich sehen wir auch Unterschiede in Abhängigkeit davon, ob junge Menschen in einer Großstadt leben oder nicht. Jenseits von Großstädten tun sich vor allem die Grü­nen sehr schwer, während umgekehrt die AfD dort deutlich besser abschneidet. Auch SPD und Linke schneiden in Großstädten besser, die Union schlechter ab. Die Größen­ordnung bleibt jedoch hinter jener zurück, die wir bei AfD und Grünen sehen. In allerletzter Konsequenz sehen wir innerhalb der Gruppe junger Menschen massive Unterschiede, wenn wir die bei­den zuvor schon verwendeten Kontrastgruppen verglei­chen: Bei jungen Frauen mit formal hoher Bildung, die in Großstädten leben, liegen Linke, Grüne und SPD weit vorne und sind für sehr viele Mitglieder dieser Gruppe wählbar. Für die drei Parteien liegt hier ein großes Potenzial. Diese sich überlagernden Potenziale bedeuten aber auch eine massive Konkurrenz zwischen SPD, Grünen und Linken. Alle anderen Parteien spielen in dieser Gruppe nur eine nachgeordnete Rolle, auch die Union kommt hier nur auf rund 20 Prozent Wählbarkeit. In der Kontrastgruppe junger Männer ohne formal hohe Bildung außerhalb von Großstädten prägt keine Partei in gleichem Maße das Bild. Die Parteien kommen hier insge­samt weniger gut an. Gleichwohl zeigt sich, dass die AfD am besten abschneidet und sich ihr Abstand zu den ande­ren Parteien 2025 im Vergleich zu 2024 sogar noch vergrö­ßert hat. Bemerkenswert ist, dass die Linke zwar auch hier Boden gutgemacht hat, aber gleichwohl weit von ihren in anderen Gruppen erkennbaren Spitzenwerten entfernt bleibt. Die geringste Wählbarkeit in dieser Gruppe errei­chen 2025 die Grünen! gen treffen(wie ältere Menschen auch); andere Motivlagen sind auch präsent, aber weniger dominant. An keiner Stelle sehen wir bei dieser prozessorientierten Perspektive funda­mentale Unterschiede zwischen jungen Menschen einer­seits, älteren Wähler:innen andererseits. Junge Menschen wählen trotzdemanders im Ergebnis auch das wurde sehr deutlich. Wir haben dabei in einer eher grundsätzlicheren Art und Weise betrachtet, welche Parteien für junge Menschen überhaupt bei ihren Wahlent­scheidungen infrage kommen. Gleichwohl bestätigt auch dieser potenzialorientierte Indikator die Muster der reprä­sentativen Wahlstatistik. Gerade die Linke hat bei jungen Menschen binnen eines Jahres deutlich an Wählbarkeit ge­winnen können. Darüber hinaus sehen wir auch an dieser Stelle große Unterschiede, wenn wir Differenzierungen in­nerhalb der Gruppe junger Menschen vornehmen. Bei jun­gen Frauen mit formal hoher Bildung, die in Großstädten leben, liegen Linke, Grüne und SPD weit vorne und sind für sehr viele Mitglieder dieser Gruppe wählbar. In der Kon­trastgruppe junger Männer ohne formal hohe Bildung au­ßerhalb von Großstädten hat die AfD die höchste Wählbar­keit. Die geringste Wählbarkeit in dieser Gruppe haben 2025 die Grünen. 6.3 Zwischenfazit Im Ergebnis wählen junge Menschen also anders vom Prozess her betrachtet allerdings nicht. Auf diese Formel lassen sich die Ergebnisse dieses Teilkapitels verdichten. Unsere Ergebnisse zum Prozess der Wahlentscheidungen haben gezeigt, dass auch junge Menschen ihre Ent­scheidungen sehr ernst nehmen und wir an dieser Stelle keinerlei Unterschiede zu anderen, älteren Gruppen sehen. Eigenen Angaben zufolge denken junge Menschen vor al­lem an Problemlösungen, wenn sie ihre Wahlentscheidun­40 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.