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Bangladesch 2003 : Hypotheken und Herausforderungen
Entstehung
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FES-Analyse: Bangladesch 15 Bangladesch 1998 und 2050: Naturkatastrophen vorprogrammiert? Neben Dürren und Überschwemmungskatastro­phen sind Wirbelstürme, die das Land vor allem im März/April bzw. September/Oktober heimsu­chen, eine große Gefahr für die Bevölkerung. Das Land hat in seiner noch jungen Geschichte viele verheerende Katastrophen erlebt und versucht, sich so gut es geht zu wappnen. Nach dem Wir­belsturm von 1991 mit 140.000 Toten wurden verstärkt Schutzbunker errichtet. Radar- und Sa­tellitenausrüstung wurde dem Land zur Verfü­gung gestellt, um früh genug eine sich anbah­nende Katastrophe zu erkennen und die Bevöl­kerung zu warnen. Dies funktioniert indes nicht immer, wie die Er­fahrung der Jahrhundertflut von 1998 lehrt. Die Ursachen sind vielschichtig. Zum einen begegnet die Bevölkerung Fluten anders als z.B. Wirbel­stürmen. Letztere haben einen eindeutig destruk­tiven Charakter, aber Fluten sind nicht zwangs­läufig ein Fluch, sie sind auch ein Segen für Öko­logie und Ökonomie. Zum anderen fließt das Wasser der großen Flüsse in den Golf von Ben­galen, d.h. durchquert Bangladesch und seine ein­zigartige Deltalandschaft. Dies sind Rahmenbe­dingungen, an denen keine menschliche Interven­tion derzeit etwas ändern kann. Menschen können aber natürliche Prozesse empfindlich stören. Eine rasch wachsende Bevölkerung stellt hohe An­sprüche an ihre Lebenswelt. Die Bevölkerung will ernährt, in Arbeit gebracht und transportiert werden. Straßen, Brücken, Wohngebiete, stören vielerorts den natürlichen Wasserstrom. Flussbe­ten werden aufgefüllt, um menschliche Siedlun­gen zu ermöglichen. Der Natur wird gleichsam der Krieg erklärt, doch sie schlägt zurück und trifft dabei die ohnehin Schwachen in der Gesell­schaft. Not- und Aufbauhilfe reparieren nur, sie verhin­dern keine Katastrophe. Eine Katastrophenpräven­tion zumindest in bezug auf die Flut wird eine Lösung irgendwo auf dem Kontinuum zwi-schen Null Kontrolle undNull Flut anstreben müs­sen. Statt Flüsse einzudeichen oder sie auszu­trocknen, bietet sich als technische(Teil-)Lösung die Vertiefung der generell flachen Flussbecken an. Diese Maßnahme ist arbeits-, aber nicht tech­nologieintensiv. An Arbeitskräften mangelt es in Bangladesch nicht, und man könnte im Rahmen von sogenannten cash-for-work Programmen die Ausgrabungsarbeiten schnell vorantreiben. Ferner müssen sich neue Konstruktionen, z.B. Straßen, an der Deltalandschaft ausrichten. Es ist darauf zu achten, dass sich Wasser in der Trockenzeit sam­meln kann. Auf diese Weise wird verhindert, dass Flüsse in dieser Zeit schnell verschlammen und es steht mehr Wasser für die Bewässerungsland­wirtschaft zur Verfügung. In der Regenzeit er­möglichen breite und tiefe Flussbecken ein schnel­les und ungehindertes Abfließen der Wassermen­gen. Ein weiterer Mosaikstein in dieser"Pro-Del­talandschaft-Strategie" besteht darin, Maßnahmen zu ergreifen, die den Wassertransport generell at­traktiver gestalten. In einem Land, wo 240 Flüsse auf einer Länge von 24.000 Kilometern fließen, bietet sich dies an. Selbst wenn Bangladesch all dies berücksichtigt und weiterhin kaum Treibhausgase produziert, kann das Land am Zusammenfluss der großen Flüsse Brahmaputra, Ganges und Meghna und der fla­chen Topographie die Hälfte des Landes liegt weniger als zehn Meter über dem Meeresspiegel doch zu einem der am schwersten betroffenen Opfer der Klimaveränderung werden. Eine Reihe von nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen untersuchen die mögli­chen Folgen einer Klimaveränderung. Neben der möglichen Zunahme an verheerenden Fluten und Wirbelstürmen wird vor allem der Anstieg des