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Gering Qualifizierte - Verlierer am Arbeitsplatz?! : Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis
Entstehung
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Ruth Brandherm Zusammenfassung Eine gute Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Diese Fest­stellung ist nach wie vor gültig. Die vorliegende Broschüre bietet ein differenziertes Bild von der Personen­gruppe der gering Qualifizierten und ihrer Beschäftigungssituation. Darüber hinaus werden Konzepte und Lösungsansätze vorgestellt, die in der Praxis entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden. Außerdem werden Vor­schläge der Hartz-Kommission im Hinblick auf die Verbesserung der Situati­on der gering Qualifizierten dargestellt. Alexander Reinberg geht in seinem Beitrag zunächst auf die Angebots­und Nachfrageseite der Teilarbeitsmärkte für gering Qualifizierte ein und betont die heterogene Struktur dieser Erwerbspersonengruppe. Deutlich wird, dass sich insbesondere seit Beginn der 90er Jahre die Beschäftigungs­chancen für gering und hoch Qualifizierte immer stärker auseinander ent­wickelt haben. Auf der Angebotsseite nimmt die Zahl der Arbeitsplätze für gering Qualifizierte ab. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes für Per­sonen ohne Berufsausbildung wird also immer geringer. Allen Prognosen zufolge wird sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen. Von dem Wandel der Arbeitslandschaft und der wachsenden Bedeutung der Dienstleistungs­tätigkeit werden gering Qualifizierte nach Einschätzung Alexander Rein­bergs kaum profitieren. Verschärfend wirken langfristige Trends der Ent­wicklung des Arbeitsangebots: Über Jahrzehnte hinweg hat die Bildungsex­pansion das Qualifikationsniveau der Bevölkerung entscheidend erhöht. Seit Beginn der 90er Jahre ist hier eine gewisse Stagnation unübersehbar. Die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen zeigt sich nach Einschätzung von Ale­xander Reinberg als die am besten qualifizierteste. Dies widerspricht der weit verbreiteten Auffassung, dass Jüngere im Hinblick auf die formalen Abschlüsse besser qualifiziert seien als Ältere. Es ist zu befürchten, dass dies zukünftig Folgewirkungen für Wachstum und Innovationskraft haben wird. 7