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Gering Qualifizierte - Verlierer am Arbeitsplatz?! : Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis
Entstehung
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Auch von der anhaltenden Tertiärisierung der Arbeitslandschaft werden gering Qualifizierte künftig wohl kaum profitieren. Denn die erwarteten leichten Zuwächse bei einfachen Dienstleistungstätigkeiten werden nicht ausreichen, die massiven Verluste bei Hilfstätigkeiten im gewerblichen Be­reich zu kompensieren. D.h.: Zumindest unter Status-Quo-Bedingungen sind hier keine echten Wachstumsfelder erkennbar. Aber so düster die Aus­sichten auch sind: Es sollte nicht übersehen werden, dass auch im Jahr 2010 noch etwa 16 % aller Arbeitskräfte Hilfstätigkeiten verrichten werden. Langfristige Entwicklungen des qualifikationsspezifischen Arbeits­angebots Damit stellt sich natürlich die Frage nach den Entwicklungen auf der ande­ren Seite des Arbeitsmarktes- nach den erwartbaren quantitativen und qualitativen Veränderungen des Angebots an Arbeitskräften. Die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte hat den Strukturwandel hin zu immer anspruchsvolleren Arbeitsplätzen über lange Zeit hinweg ent­scheidend gestützt. Sollten sich auch weiterhin immer mehr junge Men­schen für immer höhere Ausbildungen entscheiden, wäre dann auf mittlere bis lange Sicht nicht mit einer gewissen Entspannung im Arbeitsmarktseg­ment für gering Qualifizierte zu rechnen? Leider sprechen wichtige Fakten eher gegen zu viel Optimismus in dieser Hinsicht. Dies belegt die erst kürzlich erschienene Projektion der Bund­Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung(BLK) zur Entwicklung des qualifikationsspezifischen Arbeitsangebots. Nach der Basisvariante dieser Projektion wird sich das Angebot an Erwerbs­personen bis zum Jahr 2015 insgesamt um ca. 2 Mio. verringern. Zwar wird das Qualifikationsniveau der Erwerbspersonen noch etwas steigen. Dennoch- so das Resümee dieser Studie- ist bei den Erwerbspersonen mit Hochschulabschluss und in abgeschwächter Form auch bei denen mit abge­schlossener Berufsausbildung künftig mit einer Mangelsituation zu rechnen, während das Angebot an Arbeitskräften ohne Berufsabschluss den Bedarf auch weiterhin übersteigen wird. 16