kann er sich bereits auf mittlere Sicht als Bremse für das Wachstum und die Innovationskraft der Wirtschaft erweisen. Sicherlich muss für die kurzfristige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die Verbesserung der Beschäftigungslage gering Qualifizierter ein zentraler Ansatzpunkt sein. Denn Personen ohne formalen Berufsabschluss stellten im Juni 2002 fast 40 % aller Arbeitslosen. Häufig kommen bei diesem Personenkreis noch weitere vermittlungserschwerende Faktoren hinzu, wie das zusätzliche Fehlen eines Schulabschlusses, gesundheitliche Einschränkungen, Dauerarbeitslosigkeit oder ein höheres Lebensalter. Und nicht selten fallen mehrere dieser ungünstigen Faktoren zusammen, was eine Integration ins Erwerbsleben ohne gezielte Hilfestellungen zusätzlich erschwert. Darüber sollten aber die langfristigen Strategien zur Minderung des sich anbahnenden Fachkräftemangels nicht aus dem Auge verloren werden. Und dies setzt ein ganzes Bündel gegensteuernder Maßnahmen voraus. Neben einer Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer und Frauen sowie einer verbesserten Integration von Immigranten muss eine verstärkte Bildungsmobilisierung breiter Bevölkerungsschichten ein wesentlicher Ansatzpunkt sein. Und dazu zählt eben nicht zuletzt die Nachqualifizierung von Personen ohne Berufsabschluss. Die Struktur von Erwerbspersonen ohne Berufsabschluss Dass es sich dabei um einen durchaus realistischen Ansatzpunkt handelt, belegt ein Blick auf die Struktur der Nicht-Formal-Qualifizierten(NFQ), die weitaus heterogener ist als in der Öffentlichkeit häufig vermutet. 22
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Gering Qualifizierte - Verlierer am Arbeitsplatz?! : Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis
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