Barbara Meifort Die„einfachen“ Tätigkeiten- Anforderungen und Qualifizierungserfordernisse aus der Sicht der Berufsbildungsforschung Im ersten Teil dieses Beitrags geht es um die Frage, ob sich Beschäftigungsfelder mit weniger komplexen Anforderungen identifizieren lassen, die für die Qualifizierung und Beschäftigung gering Qualifizierter geeignet erscheinen. Hierbei soll besonders auf Dienstleistungen in Haushalten eingegangen werden. Im zweiten Teil widme ich mich der Frage, wie aus der Sicht der Berufsbildungsforschung auf die Qualifizierungserfordernisse gering Qualifizierter zu reagieren ist, d.h. welche Konzepte die nachhaltigste Wirkung zu erzielen versprechen. A. Dienstleistungen –„einfache“ Tätigkeiten? In Deutschland ist ein deutlicher Trend zu steigenden Qualifikationsanforderungen festzustellen. In allen Wirtschaftbereichen werden Arbeitsplätze für Ungelernte abgebaut; sie werden bis zum Jahr 2010 auf einen Anteil von nur noch 11% absinken; demgegenüber werden rund 70% aller Arbeitsplätze im Bereich mittlerer und gehobener Positionen angesiedelt sein. 1 Gering Qualifizierte werden es demnach auf dem Arbeitsmarkt zunehmend schwerer haben, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Wenn im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe und in der Industrie das Angebot an einfachen Tätigkeiten/Arbeitsplätzen zurückgeht, bleibt die Frage, ob sich im wachsenden Dienstleistungsbereich Tätigkeiten mit einfachen Qualifikationsanforderungen für gering Qualifizierte erschließen lassen. 1 Vgl. Dostal, W.: Projektionen. In: BMBF(Hrsg.): Qualifikationsstrukturbericht 2000. Bonn, o.J., Kapitel 5, S. 21 27
Druckschrift
Gering Qualifizierte - Verlierer am Arbeitsplatz?! : Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten