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Gesundheitsreform in Deutschland : sind Elemente aus anderen Ländern Europas übertragbar auf unsere Reform? ; Eine Fachkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, Gesprächskreis Arbeit und Soziales, am 7. April 2003 in Berlin
Entstehung
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Nach Herrn g~Åç Ä òçåÉ bestehen viele Freiheiten im System, d.h. Patientinnen und Pati­enten haben Zugang zu allen Einrichtungen, wenn man sie bezahlen kann. Trotz hoher Arztzahl kann es Zugangsproblemen kommen, etwa als Folge hoher Wartezeiten für elektive Operationen oder der regional sehr ungleichen Verteilung der niedergelassenen Ärzte. Ärzte in Privatklinken müssen extra bezahlt. In manchen Kliniken muss man bis 700 Euro extra bezahlen. Man bekommt jedoch die Beträge größtenteils über die Zu­satzversicherungen bzw. die gesetzliche Krankenversicherung zurückerstattet. Die 4. Mio. Franzosen, die seit 2000 einen Anspruch auf den allgemeinen Gesundheits­schutz(CMU) haben, und sich bei einem sogenanntenReferenzarzt einschreiben, ha­ben Recht auf die Kostenübernahme nach dem Sachleistungsprinzip. Vor allem auf dem Land gibt es die elektronische Versicherungskarte(SESAM VITALE). 80% der Operationen würden in Privatkliniken durchgeführt, die im Vergleich zu den öffentlichen Krankenhäusern effizienter arbeiteten. Ein Problem bestehe darin, dass es zuwenig Rehabilitationskliniken und Betten für Langzeitkrankheiten gebe. 4.4 Gesundheitsreformen: Vorrang der Rentenreform Zwischen 1975 und 1990 gab es beinahe jährlich eine Gesundheitsreformen. 1984 wurde die allgemeine Budgetierung der Krankenhäuser eingeführt, welche in Verbin­dung mit fehlenden Investitionen zu einer Überalterung des Krankenhausbestandes führten. Im Jahr 1995 gab es eine Hyper-Reform der Pensionen und des Gesundheitswesens, welche zu vielen Problemen in der Umsetzung führte. Die jüngste Einführung der 35­Studenwoche habe ferner zu erheblichen Problemen in der Arbeitsorganisation in den Krankenhäusern geführt. 3-4 Wochen Urlaub in Verbindung mit der 35-Stundenwoche habe die Knappheit von Ärzten und Schwestern in Krankhäusern verstärkt. Trotz der vielen Reformen habe sich in der Arzt-Patientenbeziehungen praktisch nichts geändert. Es gäbe eine Bewegung der Ärzte für die freie Abrechnung ohne staatliche Fixierung der Gebühren. Die französische Krankenversicherung habe gegenwärtig ein Defizit von 6 Mrd. Euro. Doch wegen der Priorität der Rentenversicherungsreform werde dieses nicht diskutiert. Weiterhin gäbe es Pläne, den öffentlich/privaten Mix der Verantwortung zu ändern. 5. Vergleich einzelner Eckwerte 5.1 Ausgabenentwicklung und Finanzierung Hinsichtlich der Gesundheitsausgaben insgesamt, liegt nach den offiziellen Statistiken, die Schweiz knapp vor Deutschland, Frankreich folgt auf Platz 3 und die Niederlande mit hohem Abstand auf Platz vier(vgl. Übersicht 2). Interessant ist der Kostenanstieg zwi­schen den Ländern. Die Schweiz hat sowohl gemessen an der Ausgabenquote wie auch an den Pro-Kopf-Ausgaben den höchsten Ausgabenanstieg. Hinsichtlich der Beitragsbelastung schneiden dennoch die Schweizer am besten ab. Ins­gesamt wird dort mehr über Zuzahlungen und direkte Selbstzahlungen finanziert, als Krankenversicherungsbeiträge nach Abzug der Prämienverbilligungen durch den Staat von Versicherten bezahlt werden. Die höchste Beitragsbelastung der Arbeitnehmer be­20