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Pakistan : wem nutzt die Demokratie?
Entstehung
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4 spielt vor diesem Hintergrund keine ausschlag­gebende Rolle. Innenpolitisch steht das Land nun jedoch vor einer wichtigen Weichenstellung. Der parteilose General Musharraf hatte sich im Dezember letz­ten Jahres verpflichten müssen, bis spätestens Ende 2004 das Amt des Generalstabschefs nie­derzulegen. Die Ankündigung dieser Frist war das Ergebnis eines monatelangen Ringens um die parlamentarische Verabschiedung(und damit de­mokratischeLegalisierung) einer zuvor von Musharraf dekretierten Verfassungsergänzung und bildete die Grundlage für seine per Vertrauensab­stimmung im Parlament herbeigeführte Bestäti­gung im Amt des Präsidenten ein Ergebnis, das allerdings in jüngster Zeit gerade durch das Kabinett in Frage gestellt wird. In jedem Fall gilt somit dieUniformfrage auch als wichtiger Weg­weiser für Qualität und Perspektiven der einge­leiteten Demokratisierung. Es ist jedoch offensichtlich, dass der Präsident nicht auf die im Tragen der Uniform sym­FES Analyse: Pakistan bolisierten engen Bande zum seine Macht stüt­zenden Militär verzichten kann, ohne sich vorab der Unterstützung einer zivilen parlamentari­schen Mehrheit zu versichern. Getrieben von dieser Logik wurde ein Prozess in Gang gesetzt, durch den die Kräfteverhältnisse neu geordnet werden und eine Reihe neuer Kader in den ers­ten politischen Rängen Aufstellung nimmt. Auch wenn eine grundlegende Erschütterung des ehernen Kompromisses dadurch kaum zu er­warten ist, ist mit einer Neudefinition der Spielregeln und der Auflösung obsolet gewor­dener Allianzen zu rechnen. Das alternative Szenario, General Musharraf könnte sich allenfalls unter Beibehaltung seines militärischen Amtes aus der Politik zurück­ziehen und die Zügel vollständig einer gewähl­ten Regierung überlassen, erscheint hingegen mehr als unwahrscheinlich. Wem gehört die Macht? Bei der Analyse des Geflechts politischer und wirtschaftlicher Interessen bietet es sich an, vier große Akteursgruppen voneinander abzugren­zen: Die Wirtschaftsakteure, das Militär, politi­sche Kräfte sowie ethnische Gruppen. Wirtschaftsmacht: Große Landwirtschaft, große Industrie Die Besitz- und damit auch Interessenstruktur der pakistanischen Wirtschaft ist von Industrie­konglomeraten geprägt, die häufig in Familien­besitz sind und unterschiedlichste ökonomische Aktivitäten vereinigen. Gleichzeitig aber ist Pa­kistan nach wie vor stark landwirtschaftlich ge­prägt: fast ein Viertel der Wirtschaftsleistung wird im Agrarbereich von etwa der Hälfte der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet. Damit erscheint es sinnvoll, als gewichtige Interessen diejenigen der Industrie und der Großgrund­besitzer voneinander abzugrenzen, während eine Binnendifferenzierung einzelner Industriezweige angesichts der starken Verflechtungen innerhalb der Konglomerate wenig Erkenntnisgewinn er­warten lässt. Hinzu kommen die Interessen der am(insbesondere grenzüberschreitenden) Han­del Beteiligten, die als Gruppe allerdings nur schwer von den Industriekonglomeraten abzu­grenzen sind, und die der Großinvestoren aus dem Ausland.