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Pakistan : wem nutzt die Demokratie?
Entstehung
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FES Analyse: Pakistan gend Sindhis und andere kleinere Volksgruppen vor allem des Punjabs und der nördlichen Berg­regionen weitgehend außen vor, wenn es um die Besetzung von Schlüsselpositionen geht. Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung Andere 16,1% Balutschen 3,2% Pasch­tunen 13,1% Sindhi 11,8% Mohajir 7,6% Punjabi 48,2% Auf der zentralstaatlicher Ebene sind lediglich die Mohajirs politisch in besonderer Weise reprä­sentiert, die nach wie vor die MQM dominieren. Die anderen Volksgruppen sind nicht eindeutig bestimmten Parteien zuzuordnen; sie treten al­lerdings in Form der Repräsentantenihrer je­weiligen Provinzen in der Hauptstadt in Erschei­nung, insbesondere, wenn es um die Aushand­lung der Verteilung der föderalen Finanzzuwei­sungen geht. Die politische Sprengkraft der ethnischen Unterschiede ist im Moment als eher gering einzuschätzen, unter anderem, da entsprechende politisch zündende Themen derzeit weitgehend fehlen. Eine Ausnahme bildet allerdings das ge­plante Kalabagh-Staudammprojekt, das vom Punjab(und der Zentralregierung) favorisiert, von den anderen Provinzen aber mit dem Argu­11 ment abgelehnt wird, dass es einzig der Urbar­machung der größtenteils in militärischer Hand befindlichen Steppengebiete im westlichen Pun­jab dienen, die anderen Provinzen aber wertvol­ler Wasseranteile berauben und im Falle NWFPs gar fruchtbare Ländereien unter Wasser setzen würde. Ferner haben sich die Strukturen des autoritär denkenden und gleichzeitig einseitig durch Pun­jabis dominierten Militärs wenig verändert, seit sie 1971 mit zur Abspaltung Ostpakistans, des heutigen Bangladesh, führten und es ist unbe­streitbar, dass Pakistan heute demographisch, öko­nomisch, militärisch und administrativ weitge­hendpunjabisiert ist. Die immer wieder einmal aufkommenden Ideen beispielsweise eines unabhängigen Sindh oder einesPaschtunistan, das neben der NWFP auch die paschtunischen Landstriche Afghanis­tans einschließen sollte, schwelen derweil im Untergrund. Sollten sie eines Tages wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden, könnten sie zu Selbstläufern werden und eine massive De­zentralisierung der Machtverhältnisse erzwingen oder gar zu neuen Sezessionen führen. Dass sie zur Zeit wenig Konjunktur haben, hängt im Falle der Paschtunen auch mit der desolaten Lage in Afghanistan zusammen, die Vereinigungsbestre­bungen momentan wenig attraktiv erscheinen lässt. Eine ausgleichende Politik der Zentrale sollte damit in der Lage sein, diese latent vor­handenen separatistischen Kräfte zu kontrollie­ren. Aktuelle Prozesse und Perspektiven Wirtschaftliche Öffnung und Wirtschaftswachstum Die Öffnung der pakistanischen Märkte, die sich in den gegenwärtigen Monaten aufgrund des Auslaufens des Multi-Fibre-Agreement zum Jahresende, den Regeln der WTO und der ge­planten südasiatische Freihandelszone SAFTA mit besonderem Tempo vollzieht, wird mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit auch eine gewisse Öff­nung und stärkerunternehmerische Ausrich­tung der bisher an Oligopolstrukturen ausge­richteten pakistanischen Industriekonglomerate erzwingen. Auch wenn derzeit von allen Seiten versichert wird, man sei auf Konkurrenz und Freihandel gut vorbereitet, spricht der gleichzei­tige laute Protest der Automobilindustrie gegen die Senkung der Importzölle momentan noch eine etwas andere Sprache. Indem Pakistans Wirtschaft offener und für ausländische Investo-