4 nationalen Kammern bestimmt. 148 Mio. waren wahlberechtigt, 84% kamen. Es herrschte Ruhe und Disziplin, Gewalt blieb aus. Man spürte FES Analyse: Indonesien großen Respekt vor dem demokratischen Akt und Stolz auf die Errungenschaft. Ergebnisse der Parlamentswahlen 2004 und 1999 Platz 1 2 3 4 5 6 7 8.-16. Anm.: Partei Sitze Prozent Stimmen 2004 1999 2004 1999 2004 1999 GOLKAR 128 118 21,62 22,44 24.480.757 23.741.749 PDI-P 109 151 18,31 33,74 21.026.629 35.689.073 PPP 58 58 8,16 10,71 9.248.764 11.329.905 PD 55- 7,46- 8.455.225 PKB 52 51 10,61 12,61 11.989.564 13.336.982 PAN 52 34 6,41 7,12 7.303.324 7.528.956 PKS ≤ 2,6% 45 7 7,20 1,36 8.325.020 1.436.565 48 39 17,95 13,39 16.994.017 14.130.649 Sitze im Parlament 2004: 550, 1999: 500; 16 von 24 Parteien gewannen Mandate, die 8 Parteien mit den wenigsten Stimmen gewannen 2004 jeweils nur 2,6% oder weniger der Stimmen. Das Ergebnis ist Denkzettel für die etablierten Parteien, alle verloren. Der Eindruck, ihre Parlamentarier seien faul, korrupt und stellten Eigenvor Landesinteresse, ist weit verbreitet. Unabhängig davon, inwieweit dies stimmt: Indonesiens politische Elite hielt es nicht für nötig, ihr Image zu verbessern. Die PDI-P, Regierungspartei von Megawati Sukarnoputri, verlor fast 15 Mio. Wähler, also mehr als 40% ihrer Unterstützer. Die PDI-P war vor fünf Jahren als Partei der„kleinen Leute“ angetreten. Ihnen geht es heute wirtschaftlich nicht besser. Dazu kam, dass Präsidentin Megawati und ihr offenbar korrupter Ehemann sich vom Volk distanzierten. Die GOLKAR, früher politisches Vehikel von General Suharto, verlor knapp einen Prozentpunkt. Ihr schadete, dass der Vorsitzende Akbar Tandjung zwei Mal wegen Veruntreuung von Staatsgeld verurteilt wurde, bevor das Oberste Gericht ihn skandalös freisprach. GOLKAR half, dass einige, die 1999 zur PDI-P abgewandert waren, enttäuscht zurückkamen. Die moderat-islamische PKB von Expräsident Abdurrahman Wahid verlor zwei Prozentpunkte, genau wie die konservativere Islampartei PPP von Vizepräsident Hamzah Haz. Die moderatislamische PAN von Amien Rais, dem Vorsitzenden der Volksversammlung, verlor knapp einen Prozentpunkt. Die drei Kleinen bekamen große Ämter, machten aber nichts daraus. Wahid scheiterte, Haz fiel nur durch dumpf-religiöses Anti-West-Gehabe auf, Rais fiel gar nicht auf. Außer PKB, PPP und PAN haben viele andere kleine Parteien islamische Parteibasen, Zusammenschlüsse brächten Gewinn. Die großen Köpfe der Parteichefs verhinderten das, ein Generationswechsel steht an. Erfolge feierten nur zwei„frische“ Parteien: PD(7,5% aus dem Stand) und PKS(+5,9%). PD, unbelastet, weil erst 2001 gegründete, gab sich erfolgreich ein Saubermann-Image und nutzte die Popularität ihres Vorsitzenden, Susilo Bambang Yudhoyono(SBY). Der PD schadete, dass die Wahl kam, während ihr Aufstieg im Wahlkampf von Jakarta aus seinen Lauf nahm. In der Hauptstadt wurde die PD sensationell zweitstärkste Kraft. Mit mehr Zeit und mehr Kapazitäten in allen Provinzen hätte die PD landesweit ein zweistelliges Ergebnis erreicht. Die PKS hieß früher PK(1999: 1,4%), erschien durch ihren Namenswechsel neu und versprach am überzeugendsten Korruptionsbekämpfung sowie„sauberes Regieren“. Wahrscheinlich meinen ihre Politiker es tatsächlich ernst. Die Partei ist konservativ-islamisch. Korruption und andere Arten der Unehrlichkeit sind unislamisch. Damit, also mit demonstriertem Respekt vor islamischen Werten, hat die PKS erfolgreich Wahlkampf gemacht. Dabei rückte sie die Werte stärker in
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