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Deutschland mobil : Probleme - Debatten - Lösungen ; eine Dokumentation über die Arbeit des Arbeitskeises "Innovative Verkehrspolitik" 1997 - 2001
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Mit welchen Autos fahren wir im nächsten Jahrtausend? Forschungsexperten von Volkswagen und Daimler-Benz stellten auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung Verkehrspolitikern und Fachleuten aus Wirtschaft, Wissen­schaft und Gewerkschaften ihre Zukunftsentwürfe vor. Dabei ging es um die Frage, ob das Drei-Liter-Auto am Desinteresse der Kundschaft scheitert? In einer kontro­versen Debatte wurde über die Entkoppelung von Wirtschafts- und Verkehrs­wachstum diskutiert. Man stelle sich vor, Volkswagen bringt im nächsten Jahr das Drei-Liter-Auto auf den Markt und keiner will es haben. Ganz abwegig ist das nicht. Jedenfalls sind die Wolfsburger Auto­bauer in echter Sorge, ihr Sparmodell könnte beim Kunden durchfallen. Friedrich Quissek, Leiter der VW-Konzernforschung, präsentierte ernüchternde hausinterne Marktstudien über jene Neuentwicklung, die seit Jahren vehement von den Umweltverbänden eingefordert wird. VW erwartet, dass die beiden Drei-Liter-Autos, die gemäß Konzernstrategie spätestens bis zum Jahr 2000 im Angebot sein sollen, womöglich nur in Stückzahlen von 50.000 per anno verkauft werden. Wichtigster Grund für die vermutete Zurückhaltung der Käufer: Das Auto wird etwa 2.000 Mark teurer sein als ein herkömmliches Modell mit gewohntem Ben­zindurst. Quissek:Für 2.000 Mark mehr bekommen Sie dann entweder ein Auto mit ge­ringerem Verbrauch oder für denselben Aufpreis eines mit Breitreifen, Sportmotorisierung, Klimaanlage und all den anderen guten Dingen. Wir sind hochgespannt, wie sich die Kun­den entscheiden werden. Der VW-Vordenker machte keinen Hehl daraus, dass die weitere Modellpolitik des Herstel­lers ganz entscheidend vom Verkaufserfolg der neu entwickelten sparsamen Fahrzeuge ab­hängen wird. Der Konzern habe sich die Neuentwicklung immerhin eine halbe Milliarde Mark kosten lassen. Wenn die Öko-Autos auf dem Markt abstürzen sollten, wird VW wieder zu den alten Konzepten zurückkehren und den Verbrauch seiner Flotteauf evolutionärem Weg weiter in kleinen Schritten absenken. Seine Überlegungen zum Drei-Liter-Auto präsentierte der VW-Forschungschef im Rahmen eines Vortrags über neue Fahrzeugtechnologien als Gast des GesprächskreisesInnovative Verkehrspolitik in Hannover. Das 3-Liter-Auto als Verkaufsflop? Quisseks Skepsis, was den Verkaufserfolg des 3-Liter-Autos angeht, stieß vor allem bei Hans-Jürgen Froböse, Abteilungsleiter Verkehr im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, auf großes Erstaunen. Die 2.000 Mark Zusatzkosten für das Sparmodell seien doch schon in zwei bis spätestens drei Jahren durch Spriteinsparungen wieder ausgeglichen. Um die Kos­tenvorteile durch solch ein Auto realistisch zu berechnen, dürfe man als Vergleichsmaßstab nicht ein anderes relativ sparsames Auto nehmen, sondern müsse den durchschnittlichen Flottenverbrauch in Deutschland ansetzen. Dann komme man zu ganz anderen Zahlen. Fro­16