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Deutschland mobil : Probleme - Debatten - Lösungen ; eine Dokumentation über die Arbeit des Arbeitskeises "Innovative Verkehrspolitik" 1997 - 2001
Entstehung
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Mit neuen Mobilitätskonzepten zu innovativen Arbeitsplät­zen Die deutsche Automobilindustrie freut sich über wachsende Absatzzahlen im In­und Ausland. Gleichzeitig zeichnen sich immer deutlicher zunehmende Beschäfti­gungsrisiken und wesentliche qualitative Veränderungen der Arbeitsplätze ab. Ü­ber diese Problematik und mögliche Lösungsstrategien diskutierten Verkehrspoliti­ker, Gewerkschafter, Wissenschaftler und Industrievertreter bei der Sitzung des GesprächskreisesInnovative Verkehrspolitik. In Deutschland lief Mitte 1998 im Durchschnitt etwa alle 5 Sekunden ein Auto vom Band. Die deutsche Autoindustrie boomt zur Zeit wie lange nicht mehr. Allein im ersten Halbjahr 1998 wurde die Pkw-Produktion noch einmal um sieben Prozent auf 2,6 Millionen Einheiten gesteigert. Bei den Nutzfahrzeugen waren es sogar zehn Prozent Zuwachs. Außerdem liegt der Auftragsbestand bei einer Dreiviertel Millionen Pkw, das ist 50% über dem Vorjahr. Diese Zahlen nannte Gerhard Prätorius, Geschäftsführer der Braunschweiger Entwicklungs­agentur RESON zum Auftakt einer neuen Diskussionsrunde des GesprächskreisesInnovati­ve Verkehrspolitik. Auf diesem Treffen ging es um ein Thema, das wie kaum ein anderes auf den Nägeln brennt: Den Autoherstellern geht es glänzend. Aber schlägt sich dieser Höhenflug auch in Arbeitsplätzen nieder? Lassen sich Beschäftigungsrisiken durch Innovationen im Verkehrs­wesen auffangen? Wo gibt es neue Beschäftigungsfelder? Auf den ersten Blick scheint der Trend auch bei den Beschäftigten positiv. Der jahrelange Abbau von Arbeitsplätzen, dem insgesamt 200.000 Stellen zum Opfer fielen, konnte ge­stoppt werden. Seit Ende 1996 kommen in der Autoindustrie, Deutschlands größtem Inves­tor, sogar wieder neue Arbeitsplätze hinzu: 54.000 Stellen wurden neu besetzt, mehr als 20.000 allein in diesem Jahr. Und wie geht es weiter? Von der vielfach prophezeiten Markt­sättigung ist noch nichts zu spüren. Selbst beizurückhaltender Einschätzung sieht Präto­rius noch beträchtliche Absatzpotentiale. Neben dernachholenden Motorisierung etwa von Frauen und Rentnern in den entwickelten Märkten und der Erschließung zusätzlicher Märkte durch Produktdifferenzierung laufen in Ländern wie Spanien und Portugalaufho­lende Motorisierungsprozesse ab, und die osteuropäischen Länder befinden sich in der Phase derautomobilen Erstausstattung. Schließlich bahnt sich in Entwicklungs- und Schwellenländern wie China, Indien und Lateinamerika ein atemberaubenderMotorisie­rungsschub an. Derzeit teilen sich im statistischen Mittel rund 3.300 Chinesen ein Auto. Wie die chinesische Regierung mitteilt, soll bis zum Jahr 2030 jede Familie ein Auto besit­zen, zitierte Prätorius aus der Presse:Insgesamt wären dies 300 Millionen Fahrzeuge. Hinzu kommen Absatzchancen, die sich aus Veränderungen der Kundenwünsche nach ei­nemmehrwertigen Fahrzeug und differenzierten Fahrzeugkonzepten ergeben. Zur Zeit gibt es bereits eine große Nachfrage nach Sicherheitsausstattungen durch umfassende Air­34