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Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? : Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem
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Daniel Memmert Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? Gedanken zu einem generationenge­rechten Bildungssystem Von Daniel Memmert Welche Welt soll man dem Schüler erschließen, wenn es sich bei ihr um keine feste Größe, son­dern um permanenten Wandel handelt? Der Gedanke liegt nahe, zu sagen, wenn man schon nicht wisse, wie die zukünftige Welt aussehen wird, dann sei es im Grunde gleichgültig, womit man sich beschäftige. Jedenfalls dürfe man den Bildungsgang nicht an bestimmte Inhalte der Gegenwart oder gar der Vergangenheit binden, weil wegen der Nebelhaftigkeit der Zukunft kein Kriterium ge­geben sei, das es erlauben würde, den einen Inhalt als den ‚zukunftsträchtigen einem anderen vor­zuziehen. Diese Argumentation wäre aber nur stimmig, wenn es überhaupt keine Verbindungen, nichts sich Durchhaltendes zwischen Vergangenheit und Zukunft gäbe. Eine solche Voraussetzung trifft nicht zu. Deshalb sind Erwägungen, die aus der Vergangenheit und Gegenwart Aufschlüsse über die Zukunft gewinnen wollen, immer berechtigt, wenn sie sich auch ihrer prinzipiellen Fehler­haftigkeit bewusst bleiben müssen. 1 1 Einführung Bildung als die Summe des Wissens, des Könnens sowie der Einstellungen einer Kultur wird un­bestritten als die wichtigste erwerbbare und tradierbare Grundlage menschlichen Verhaltens ver­standen. Ob zur Sicherung unseres Unterhalts u. a. Wohn- und Ernährungsgarantie, zur Erzie­hung unserer Kinder oder zur zwischenmenschlichen Kommunikation, immer greifen Menschen auf explizites oder implizites Wissen und Können, spezielle Handlungsroutinen, allgemein-praktische Regeln oder soziale Kompetenzen zurück. Mit Hilfe der gemachten Erfahrungen und der gesam­melten Wissensbeständen gelingt es Menschen, sich an allen Orten in der heutigen Welt zurechtzu­finden, denn:Omnia mea mecum porto. 2 1 vgl. Zehetmair, 1994, S. 454 2 Ähnlich dem chinesischen Sprichwort:Wissen ist ein Schatz, der seinen Besitzer überall hin begleitet. www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 21