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Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? : Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem
Entstehung
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Daniel Memmert Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem bzw. haben andere Berufe erlernt. Nur 2% besitzen einen Fachhochschul- bzw. Universitätsab­schluss. 2.1.3 Forschung/Wissenschaft Ausgehend von aktuellen Ergebnissen aus der Entwicklungspsychologie gilt es als unstrittig, dass die ersten Lebensjahre eine herausragende Bedeutung für den Erwerb und Aufbau kognitiver, affek­tiver und sensomotorischer Fähigkeiten haben. 20 Nie mehr im Leben lernt man so leicht und behält sein Wissen und Können derart dauerhaft. 21 Ausgehend von diesen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen wäre der beschriebene Ist-Zustand hinsichtlich von Förderinhalten generationenge­recht weiterzuentwickeln. Eine von der Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gegebene Studie Finanzierungs- und Organisa­tionsmodelle institutioneller Kinderbetreuung schlägt ein Reformpaket vor, das im Kern die Einfüh­rung einer Kinderkasse(Vorsorgefinanzierung), die kontinuierliche Durchführung von Qualitäts­kontrollen sowie die Vergabe von Betreuungsgutscheinen beinhaltet. 22 Diese Kita Cards erhalten die Eltern direkt und geben sie an die von ihnen ausgewählten Kindergärten weiter. Somit entsteht Konkurrenz unter den Einrichtungen, die Qualität der Betreuung steigt und die Angebote orientie­ren sich flexibler an den Wünschen der Konsumenten(z. B. Ganztagseinrichtungen, Mittagessen, Musikunterricht, Computerkurse). Durch Aufklärung und Initiativen muss versucht werden, die Vorteile einer frühen und zusätzlichen Bildungsstätte den Eltern nahe zu bringen. Die Kosten für den Tagesstättenplatz müssen von allen Bevölkerungsschichten aufzubringen sein. Wenn nicht, muss der Staat Finanzierungspläne bereitstellen bzw. die Kosten übernehmen. 20 vgl. Oerter/Montada, 1995 21 vgl. Gardner, 1993 22 vgl. Kreyenfeld/Spieß/Wagner, 2001 www.fes-online-akademie.de Seite 8 von 21