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Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? : Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem
Entstehung
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Daniel Memmert Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem zählen nicht nur Politiker, sondern auch Sponsoren aus der Wirtschaft(public-private-partnership), alle Arten von Lehrenden und nicht zuletzt die Eltern. Damit verbunden wäre auch eine gesell­schaftliche Bewusstseinsänderung für eine aktive Zukunftsvorsorge. Die Ergebnisse der in Kapitel 2 vorgestellten Ist-Analyse könnten durch die sieben nicht unbe­dingt neuen institutionsübergreifenden Zielbereiche Organisation, Finanzierung, Leistungsanrei­ze, Leistungserhaltung, Leistungskontrolle, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung eine Konvergenzbasis erhalten. Sie können somit sowohl in Tageseinrichtungsstätten als auch in Schulen und Hochschulen Anwendung finden. Die damit verbundenen Vorstellungen klingen noch sehr va­ge und auch die praktische Umsetzung dürfte alles andere als einfach sein. Somit lassen sich diese am besten mit einem Zitat von Größing kennzeichnen:[...] ein paar Ansichten[...], ungeschützt durch den Verzicht auf Literaturbelege, ungesichert durch die eigenen Zweifel und ungenau, weil noch nicht lange genug bedacht und von allen Seiten betrachtet[...]. 48 Trotzdem wird damit nicht nur erhofft, den Mut zu Visionen mit der Mühe der Detailkompetenz zu verbinden, sondern insbe­sondere auf politischem Wege eine Diskussion über die anstehenden Konsequenzen und notwendi­gen Schritte zu ermöglichen. Dazu wird ausdrücklich aufgefordert. 1. Organisation: Ist unser Bildungssystem sinnvoll organisiert? In den Ländern, die im Bereich der Schule gute Erfolge vorzuweisen haben(z. B. Finnland, Schweden), ist der Bildungssektor zent­ral gesteuert. Neben guten Abschlussquoten und Testergebnissen sprechen u. a. folgende, auch generationsgerechte Aspekte, gegen eine Bildungshoheit der Länder und für deutsche oder eu­ropäische Kompetenzzuschreibungen: Finanzielle Einsparungen durch eine größere Ökonomie bei der Verwaltung, Einstellungsfairness beim Personal durch einheitliche Kriterien und Verfah­ren sowie schnellere Flexibilität bei neuen Zielen, Inhalten und Methoden durch eine zentrale Zuweisung. Im Ausgleich dazu würde eine größere Selbstorganisation der einzelnen Bildungs­einrichtungen(z. B. Auswahl von Lehrenden, individuellen Gehaltszuweisungen) ihre lokale Stellung stärken und zusätzlich Raum für eine individuelle Profilierung ermöglichen. 2. Finanzierung: Bei den öffentlichen Bildungsausgaben liegt Deutschland im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld. 2001 wurden 5.5% des Bruttoinlandsprodukt(BIP) für alle 48 vgl. Größing, 1993, S. 15 www.fes-online-akademie.de Seite 15 von 21