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Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? : Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem
Entstehung
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Daniel Memmert Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem 2.2 Schulen: vorgestern heute übermorgen 2.2.1 Lehrer-Schüler-Verhältnisse Der für die angemessene Vermittlung des Lehrstoffs notwendige Indikator Schüler-Lehrer-Relation hat sich in den verschiedenen Schularten seit 20 Jahren kaum verändert. Besonders ungünstig sind die Betreuungsrelationen in der Grundschule(21.6) und in den beruflichen Schulen(24.3). 23 Zudem hat Deutschland mit die ältesten Lehrer auf der Welt. Im Mittel ist z. B. der deutsche Gymnasialleh­rer fast 50 Jahre alt. In anderen europäischen Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden oder Bel­gien haben mehr als 50% ihren 40. Geburtstag noch vor sich. 24 In Zukunft muss bedacht werden, dass bis zum Jahr 2015 ungefähr 40% der jetzigen Pädagogen aus dem Dienst ausscheiden werden. Zurzeit gibt es nicht genügend Lehramtsstudenten, um den Jahresbedarf von mindestens 25.000 neuen Lehrern zu decken. Erschwerend wirkt sich aus, dass das Prestige der Lehrenden von 1996 bis 1999 kontinuierlich abnimmt. Der Anteil der Bürger, die Grundschullehrern bzw. Studienräten eine besondere Hochachtung zukommen lassen, fällt auf 20% bzw. 15%! 25 2.2.2 Internationaler Vergleich/Wettbewerbsfähigkeit Nahezu alle Kinder(97%) erwerben nach dem Kindergarten in der Grundschule weitere elementare Grundkenntnisse und-fertigkeiten. Schulkindergärten/Vorklassen, Integrierte Gesamtschulen sowie Freie Waldorfschulen sind leider eher die Ausnahme. Der für den jetzt ungefähr zehnjährigen Schü­ler folgende Übergang ist bereits entscheidend für seinen späteren Beruf. Obwohl zunächst zwei Orientierungsjahre zu absolvieren sind, in denen ein Schulartwechsel verhältnismäßig einfach möglich ist, findet dieser doch komplett bereits an den weiterführenden Schulen statt. Auf ihnen sieht die Verteilung über alle Klassenstufen wie folgt aus. 20% sind auf der Hauptschule, 23% auf der Realschule, 40% im Gymnasium und 17% besuchen Integrierte Gesamtschulen. 23 vgl. BMBF, 2001d, S. 41 24 vgl. OECD, 1996, http://www.pisa.oecd.org/knowledge/home/intro.htm 25 vgl. Reitmajer, 2001 www.fes-online-akademie.de Seite 9 von 21