Daniel Memmert Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem pen/Krabbelstuben(Kinder unter drei Jahren), Kindergärten(von drei Jahren bis zum Schuleintritt) und Horte(während des Besuchs der Grundschule) besuchen zu lassen. Wie sieht es mit ihrer Verfügbarkeit aus? Nur für jedes zehnte Kind gibt es einen Krippenplatz, das Verhältnis Kindergartenplatz–Kinder liegt nahezu bei Eins zu Eins und pro 100 Kinder existieren ca. 20 Hortplätze. 15 Während somit die Lage für die Kribben und Horte als besorgniserregend einzustufen ist, verdeutlicht eine differenzierte Betrachtung der Kindergärten, dass auch nur 30% der Kinder die Möglichkeit haben, einen Ganztagesplatz mit Mittagessen zu erhalten. Dabei wünschen sich heutzutage bereits zwei Drittel aller Mütter flexiblere Arbeits-/Öffnungszeiten. 16 Obwohl die Anzahl der Kleinkinder in den nächsten Jahren um 19% sinken wird, 17 ist eine umfassende, qualitative hochwertige und möglicherweise auch verpflichtende Versorgung der Heranwachsenden mit ausreichenden Krippen-, Kindergarten- und Hortplatzplätzen noch zu leisten. Alle Kinder sollten deshalb nicht nur die Chance auf einen Platz haben, sondern er müsste ihnen sogar garantiert werden. 2.1.2 Internationaler Vergleich/Wettbewerbsfähigkeit Die einzige Studie im Bereich Tageseinrichtungsstätten kommt auf der Grundlage von 442 Kindergartenkindern aus dem Jahr 1993/1994 zum Schluss, dass nur 29% eine gute Qualität besitzen. 18 69% Versorgungseinrichtungen weisen ein mittleres und 2% ein unzureichendes Niveau auf. Nur zu 30% führen die Erzieher sinnvolle Gespräche mit den Kindern in ihren Gruppen. Das gemeinsame Spielen sowie die Schulung künstlerischer oder musikalischer Kompetenzen machen nicht einmal 7% des Kindergartenprogramms eines Tages aus! Die überwiegend nur als befriedigend bzw. ausreichend einzustufende Kindergartenausbildung hat um das Jahr 2000 u. a. den Effekt, dass ihr Einfluss auf die Kindesentwicklung sinkt und andere Faktoren dominanter werden(z. B. Familienhintergrund). 19 Kein Wunder! In Deutschland gibt es im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern keine einheitlichen inhaltlichen(verbindliches Bildungskonzept für die frühe Kindheit) sowie formellen(Voraussetzung eines Hochschulabschlusses für die Betreuer) Ausbildungsstandards. Von den 373.233 Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen sind 23% ohne abgeschlossene Ausbildung 15 vgl. BMBF, 2001c, S. 69, 146, 486 16 vgl. SOEP 1996, http://www.pisa.oecd.org/knowledge/home/intro.htm 17 vgl. Worldbank, 10.01.2002, http://www.worldbank.org/data/wdi2001/index.htm 18 vgl. Tietze, 1998 19 vgl. Tietze 1998 www.fes-online-akademie.de Seite 7 von 21
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Wie viel Bildung brauchen unsere Kinder in Zukunft? : Gedanken zu einem generationengerechten Bildungssystem
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