4 in den Konflikten um das Ergebnis für den Übergang wider. Im Jahr 2000 entschieden sich die Mexikaner gegen die jahrzehntelang allein herrschende PRI und wählten den Machtwechsel mit Vicente Fox(PAN). Sechs Jahre später gibt es keinen gemeinsamen Feind mehr und die PRI erlitt einen wahren Schiffbruch. Mit knapp über 20 Prozent Stimmenanteil bei einer Wahlbeteiligung von ca. 60 Prozent bei den Präsidentschaftswahlen und als nur noch drittstärkste Kraft im Senat bzw. Abgeordnetenhaus ist ihr Abschied als Staatspartei besiegelt. Bereits im Wahlkampf hatte sich abgezeichnet, dass es auf ein Rennen zwischen FES-Analyse: Mexiko dem„rechten“ und„linken“ Kandidaten hinauslaufen wird. Allerdings hatte niemand mit einem derartigen Stimmeneinbruch für die PRI gerechnet. Das Land ist nicht nur politisch, sondern auch geographisch und kulturell gespalten. Die politische Spaltung reflektiert die Existenz zweier Wirtschaftsräume: Der industrielle Norden demonstriert die ökonomische Potenz des OECD-Landes. 14 der 16 nördlichen Bundesstaaten optierten für Calderón(PAN). 14 der 16 südlichen Länder(inklusive Mexiko-Stadt) wählten AMLO(PRD). Der tropische und indigene Süden zeigt die Armut eines Entwicklungslandes. Die neue politische Landkarte Die aktive und unbequeme Rolle des Nationalkongresses ist ein sehr junges Element der mexikanischen Demokratie. Erst seit 1997 kennt Mexiko die tatsächliche Machtrennung zwischen Exekutive und Legislative. Seither hat keine Partei eine absolute Mehrheit in den beiden Kammern des Kongresses, Senat und Abgeordnetenhaus, errungen. Zwar ist die verbesserte Gewaltenteilung per se positiv für die Demokratie, doch entpuppt sich die Legislative auch als Bremse für weitere Demokratisierungsvorhaben. Seit 2000 ist ein parlamentarischer Stillstand zu beobachten, da die politischen Differenzen in vielen Bereichen zu groß sind, um mittels Koalitionen politische Reformen voranzubringen. Der noch jungen Parteiendemokratie und dem Pluralismus der Verbände fehlt ein Konsens über die politische Kultur und den Staatszielen. Die konservative PAN konnte ihre politische Macht nach dem historischen Wechsel des Jahres 2000 weiter festigen. Obwohl die Partei des derzeitigen Präsidenten bei den Zwischenwahlen zum Abgeordnetenhaus im Jahre 2003 eingebrochen war, konnte sie sich nicht nur erholen, sondern stellt seit Dezember 2006 mit 33,4 bzw. 33,6 Prozent erstmals die stärkste Fraktion in beiden Kammern des Kongresses. Calderón konnte insbesondere bei jungen Leuten punkten. Die Frustration über die verlorene Präsidentschaftswahl überschattete die positive Seite des Wahlausgangs für die Mitte-Links-Parteien. Die PRD hat zusammen mit ihren zwei kleinen Bündnispartnern mit dem Ausgang der Gesamtwahlen einen historischen Sieg errungen. Sie stellen gemeinsam erstmals die zweitgrößte Fraktion im mexikanischen Kongress. Der Vergleich mit den Präsidentschaftswahlen von 2000 ist noch erstaunlicher. Aufgrund des Charismas und einer sehr klaren Wahlaussage(„zum Wohle aller, zuerst die Armen“) von López Obrador konnte die PRD ca. 20 Prozent mehr Stimmen erzielen als noch im Jahr 2000. Dennoch hatte die PRD im Wahlkampf Fehler gemacht. Sie reagierte zu spät auf die aggressive Kampagne der PAN und sprach die Belange der Jungen, der Arbeitnehmer des wachsenden Dienstleistungsgewerbes, der urbanen liberalen Mittelschicht und der Frauen nicht direkt an. Die Tatsache, dass die PRI, die 71 Jahre die Geschicke Mexikos gelenkt hatte, nunmehr nur noch dritte politische Kraft im Land ist, gleicht einer politischen Revolution. Bereits während des Wahlkampfes stellte sich die geringe Attraktivität der PRI unter Roberto Madrazo heraus. Die zweifelhafte Vergangenheit des ehemaligen Parteivorsitzenden(2002-2005) und Politikers des alten bürokratischen Stils hatte der Partei extremen Schaden zugefügt. Madrazo hat als Kandidat in keinem einzigen Bundesland die Mehrheit erringen können. Die Partei ist heruntergewirtschaftet, und wenn sie sich in den kommenden Jahren strukturell, personell und inhaltlich nicht neu erfindet, wird sie Schwierigkeiten haben, die Talfahrt aufzuhalten. Hinzu kommt, dass die inhaltliche Positionierung der Partei unscharf ist. Doch aufgrund der politischen und ideologischen Konfrontation zwischen PAN und PRD wird sie in dieser Legislaturperiode das Zünglein an der Waage spielen. Bereits fünf Monate nach den Wahlen spürt die PRI ihre neue Chance. Während der unruhigen Tage vor der Amtsübernahme von Felipe Calderón am 1. Dezember 2006, als sich konservative und linke Abgeordnete im Parlament eine unwürdige Prügelei lieferten und die Amtsübernahme des neuen Präsidenten im Kongress ungewiss war, standen die PRI-Politiker gelassen am Rande. Die Partei verkündete entsprechend, dass sie aufgrund
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