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Wie Bürgermeister_innen soziale Medien nutzen : Ergebnisse einer Online-Befragung baden-württembergischer Bürgermeister_innen
Entstehung
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Wie Bürgermeister_innen soziale Medien nutzen 1 Einleitung und Aufbau der Studie Soziale Medien(engl. social media) verstanden als internetbasierte Anwendungen für die interpersonelle Kommunikation und den Austausch nutzergenerierte Inhalte 1 sind in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen geworden. Im Windschatten einer zunehmenden Internetnutzung sind auch immer mehr Nutzer_innen in den einschlägigen sozialen Netzwerken unterwegs oder tauschen sich über Messenger­dienste aus. 2 Mit der Verbreitung dieser Massenmedien verändert sich nicht nur die private Kommunikation, sondern ebenso das Informationsverhalten der Bürger_innen. Vor allem jüngere Menschen(aber ebenso andere Altersgruppen) informieren sich auch über politi­sche Geschehnisse immer häufiger(wenn auch nicht ausschließlich) in den sozialen Me­dien. 3 Somit stellt sich auch zunehmend die Frage, inwiefern Politik und Verwaltung diese Kanäle nutzen können, um Bürger_innen zeitnah zu informieren und vor allem noch stärker in einen Dialog mit ihnen zu treten. Gerade weil soziale Medien stärker auf den Austausch ausgelegt sind, sind mit ihrem Einsatz in der politischen Kommunikation einige Hoffnungen verbunden. So könnte die wahrgenommene zunehmende Distanz zwischen Bürger_innen auf der einen und der Politik(und Verwaltung) auf der anderen Seite durch einen stärkeren Einsatz der sozialen Medien zumindest potenziell abgebaut werden. Es entstehen neue Möglichkeiten des Austauschs und der Partizipation, die sich mittelfristig auch im Sinne einer stärkeren Legitimation und Zufriedenheit mit Politik und Demokratie niederschlagen sollten. Neben diesen langfristigen Zielen gibt es auch ganz praktische und aktuelle Gründe, die für eine stärkere Auseinandersetzung mit den sozialen Medien sprechen. 4 Gerade Akteure an den Rändern des politischen Spektrums haben sich bereits früh mit den Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation in diesen Kanälen auseinandergesetzt und ihr Po­tenzial erkannt. Dieser Wissensvorsprung eröffnet neue Möglichkeiten der Beeinflussung der politischen Diskussion und in Teilen eben auch ihrer Lenkung. Nicht umsonst hat es der Begriff der Fake News in der Zwischenzeit zu einiger Bekanntheit gebracht. 1 Vgl. hierzu Carr und Hayes(2015: 49). An dieser Stelle sei jedoch darauf verwiesen, dass sich der BegriffSocial Media auch aufgrund der dynamischen Entwicklung in diesem Bereich einer eindeutigen Definition bislang entzieht. Auf eine weiterführende Definitionsdiskussion kann hier verzichtet werden, da dies für die Nachvollziehbarkeit der Studienergeb­nisse nicht zwingend erforderlich erscheint. 2 Vgl. hierzu z. B. Beisch/Schäfer(2020). 3 Vgl. hierzu Vodafone Stiftung Deutschland(2019) und die aktuelle JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungs­verbundes Südwest(2020). 4 Hierzu zählen natürlich auch die Erfahrungen im Zuge der Coronakrise: Einerseits können herkömmliche Austauschfor­mate(Präsenzveranstaltungen wie z.B. Bürgerforen) nicht wie gewohnt umgesetzt werden. Andererseits besteht zumin­dest in Teilen eine größere Bereitschaft, sich mit digitalen Kommunikations- und Austauschmöglichkeiten zu beschäfti­gen. 7