Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen Abb. 2 in Prozent preisbereinigt Quelle: Destatis 2025a. 2.1 Die Entwicklung von Investitionen und Wachstum in Deutschland Zur Einschätzung der Wirkungen vergangener Steuerreformen auf das Investitionsverhalten in Deutschland bietet sich zunächst ein Blick auf zentrale gesamtwirtschaftliche Kennzahlen an. Die aggregierten Daten zeigen: Von den Unternehmenssteuersenkungen gehen keine belegbaren Investitionsimpulse aus. Weder die Steuerreform von 2001 noch die Steuersenkung von 2008 führten zu nachweisbaren, substanziellen Investitionssteigerungen(siehe Abbildung 1). Auch der Blick auf die Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen(z. B. Maschinen, Geräte, Fahrzeuge), die noch schneller und direkter auf steuerliche Anreize reagieren sollten, zeigt keinen eindeutigen Trend. In den Jahren direkt nach den Steuersenkungen im Jahr 2001 und 2008 gehen die Investitionen sogar recht deutlich zurück. Wenn dann tritt die Wirkung mit Verzögerung ein. Der zwischenzeitliche Anstieg der Investitionen in den Jahren 2010 und 2011 dürfte aber primär auf die konjunkturelle Erholung nach dem starken Rückgang infolge der Finanzkrise im Jahr 2009 zurückzuführen sein(siehe Abbildung 2). Insgesamt überlagern und dominieren Krisen, Konjunkturzyklen und externe Faktoren, wie z. B. die Nachfrage nach deutschen Exporten in China oder der Preis für russisches Gas, die Effekte der Steuersenkungen. Deswegen hängt das Ergebnis von Regressionsanalysen, die das Verhältnis von Steuersenkungen und Investitionen statistisch untersuchen, stark von den gewählten Zeiträumen und getroffenen Annahmen ab. Allerdings zeigt sich die schwache Korrelation auch beim Wirtschaftswachstum: Lag das durchschnittliche Wirtschaftswachstum Deutschlands in den 1990er Jahren noch bei 2,19 Prozent, betrug es nach den Steuersenkungen für einbehaltene Gewinne im Zeitraum 2002 bis 2008 nur noch 1,25 Prozent. Seit der letzten Körperschaftsteuersenkung im Jahr 2008 lag das durchschnittliche Wachstum bei 1,29 Prozent bzw. unter Vernachlässigung der Finanzkrise 2008/2009 seit 2011 bei 1,44 Prozent(siehe Tabelle 1). In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Wachstumsraten bei gleichzeitig hohen Steuersätzen noch deutlich höher. Tab. 1 Entwicklung der Wachstumsrate 1990–2001 2002–2008 2009–2018 ohne Finanz- und Coronakrise (2012 bis 2019) DURCHSCHNITTLICHES WIRTSCHAFTSWACHSTUM, IN PROZENT 2,19 1,25 1,29 1,44 Quelle: Destatis 2025b. Wohlstand für alle! 7
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Wohlstand für alle! : sind niedrigere Unternehmenssteuern die Lösung oder Teil des Problems?
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