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Wohlstand für alle! : sind niedrigere Unternehmenssteuern die Lösung oder Teil des Problems?
Entstehung
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Entwicklung von Arbeitsplätzen in Deutschland bei den fünf größten Vermögen Mitarbeitende in Deutschland aktuell Anteil der deutschen Mitarbeitenden Entwicklung der Mitarbei­tenden in Deutschland Referenzjahr QUANDT/ KLATTEN ca. 100.000 SCHWARZ BOEHRINGER/ V. BAUMBACH ca. 190.000* ca. 18.000 50% 30% ca. 35% +15.000–20.000 n. v. n. v. 1998 n. v. n. v. * Keine vollständigen Daten im Geschäftsbericht, Zahl basierend auf(Baumann 2025). Quelle: eigene Darstellung basierend auf Geschäftsberichten und weiteren Quellen, weitere Details im Online-Annex. KÜHNE ca. 20.000 ca. 20% >10.000 2005 Tab. 6 WÜRTH 27.308 31% +12.000 2006 der deutschen Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren um etwa 50.000 erhöht. Laut einem Zeitungsbericht waren es bei der Schwarz-Gruppe etwa noch einmal so viel(Bau­mann 2025) ein großer Teil davon allerdings in Teilzeit. Zu den Investitionen gibt es nur sporadische Informatio­nen. Würth schreibt, dass 2024 47,9 Prozent bzw. 587 Mil­lionen Euro in Deutschland investiert wurden. BMW berich­tet, dass 43,3 Prozent bzw. 47 Milliarden Euro der langfris­tigen Vermögenswerte auf Deutschland entfallen und damit mehr als doppelt so viel wie 1998(vgl. Tabelle 6). Anhand der verfügbaren Daten zeigt sich, dass die großen Unternehmen in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten zu­sätzliche Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen haben und auch einen wesentlichen Teil ihrer Vermögenswerte hier halten. Allerdings sind diese zusätzlichen Arbeitsplätze sehr teuer erkauft. Dem Zuwachs von wenigen Tausend Ar­beitsplätzen stehen in den Unternehmen und bei den Ei­gentümer_innen mehrere Milliarden Euro Steuerersparnis durch die effektive Halbierung der Besteuerung gegenüber. Die folgende vertiefte Fallstudie enthält u. a. eine Schät­zung der Kosten pro Arbeitsplatz. Insgesamt wird an den fünf Beispielen deutlich, dass die Informationen aus den journalistischen Reichenlisten keine geeignete Grundlage für die Analyse großer Vermögen und deren Entwicklung bilden und dass hingegen öffentlich ver­fügbare Daten eine wissenschaftlich fundierte Analyse die­ser Vermögen ermöglichen würden. Eine solche Analyse kann wichtige Aufschlüsse über die Wirkung von Steuer­senkungen auf Wachstum und Ungleichheit geben. Die hier folgende vertiefte Fallstudie zu den BMW-Erb_innen beschreibt mögliche Wirkmechanismen sowie das Vorge­hen bei der Fallanalyse im Detail. Sie orientiert sich an den in Kapitel 3.2 vorgestellten und bereits in Kapitel 3.3 zu­sammenfassend für alle fünf Fallbeispiele analysierten Fra­gestellungen. 3.4 Die vertiefte Fallstudie: Stefan Quandt und Susanne Klatten(BMW) Wie eingangs bereits erwähnt wurde für die vertiefte Fall­studie das Vermögen der BMW-Erb_innen einerseits auf­grund der vergleichsweise guten Datenverfügbarkeit heran­gezogen sowie andererseits mit Blick auf die Bedeutung der Autoindustrie für die Debatte über den deutschen Wirt­schaftsstandort gewählt. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Erkenntnisse dieser Analyse kurz zusammen. Kapitel 3.4.4 kontrastiert zudem die Entwicklung von BMW mit anderen Autoherstellern ohne vergleichbare Ankerakti­onär_innen. Dafür eignet sich wegen der großen Ähnlich­keit bei zentralen Kennzahlen und Geschäftsstrategie auf der einen und der unterschiedlichen Eigentümerstruktur auf der anderen Seite insbesondere das Unternehmen ­Mercedes-Benz. 3.4.1 Vermögenshöhe und-struktur sowie Transparenz Stefan Quandt und Susanne Klatten gehören zur vierten vermögenden Generation des Quandt-Clans. Von ihrem 1982 gestorbenen Vater haben sie in mehreren Schritten und zum Teil über die Mutter knapp 20 Prozent der BMW­Anteile, Anteile am Chemiekonzern Altana und weiteres Vermögen geerbt. Die Journalist_innen des Forbes-Maga­zins schätzen ihr Vermögen im April 2024 auf 49 Milliar­den Euro, im Manager Magazin kommen sie im September 2024 nur auf 34 Milliarden Euro. Bei Einbeziehung der Di­videnden und möglicher Erträge aus deren Reinvestition könnte das Vermögen sogar 50 bis 70 Milliarden Euro be­tragen. Es setzt sich zusammen aus dem öffentlich weitge­hend nachvollziehbaren Vermögen von etwa 50 Milliarden Euro, darunter der Anteil von 48,5 Prozent an BMW(ca. 30 Milliarden Euro) 7 , den BMW-Dividenden(ca. 15 Milliarden Euro seit 1998) sowie weiteren Unternehmensanteilen u. a. 7  BMW veröffentlicht lediglich Informationen zu Stimmrechten, nicht jedoch zum Anteilsbesitz. Wohlstand für alle! 17