6 der 13 in diesem Jahr gewonnenen Wahlkreise die relative Mehrheit, konnte diese jedoch noch kräftig ausbauen. Zusätzlich konnte sie die Wahlkreise Bitlis(vormals Tugendpartei) und Tunceli (vormals CHP) erobern. Hatte die Hadep 1999 ihre Wahlkreise im Durchschnitt mit 32,4 Prozent gewonnen, liegt DEHAP heute bei 38,1 Prozent. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie in Diyarbak ı r, wo sie über 10 Prozentpunkte hinzugewann und 56,2 Prozent erreichte. Entwicklungsperspektiven der Parteienlandschaft Das Verschwinden der etablierten politischen Lager aus dem Parlament kann einschneidende Auswirkungen auf die Parteienlandschaft haben. So besteht nach dem"reinigenden Gewitter" dieser Wahl im Mitte-Links-Spektrum die Möglichkeit, dass die CHP wieder ein Sammelbecken für die türkische Sozialdemokratie wird. Das Überleben als außerparlamentarische Opposition wird mit einem Rückhalt von nur jeweils gut 1 Prozent der Wähler nicht nur für die YTP, sondern auch für die DSP problematisch. Dasselbe gilt für die SHP von Murat Karayalcin, die gar nicht zur Wahl angetreten war. Dass eine eigenständige DSP in der Zeit nach Ecevit wieder erstarken kann, ist zweifelhaft, da die Partei bisher zu sehr auf ihn und seine Frau Rah ş an ausgerichtet war. Es bleibt abzuwarten, ob die Ecevits bereit sind, bis zum Parteitag im Frühjahr eine geordnete Nachfolgelösung zu ermöglichen und wer sich dann in den parteiinternen Machtkämpfen als Nachfolger durchsetzt. Doch dürfte die neue Parteiführung dem Gedanken eines Zusammengehens der verschiedenen Parteien der linken Mitte aufgeschlossener gegenüberstehen als das Ehepaar Ecevit, das seine politische Eigenständigkeit über alles stellte. FES-Analyse: Die Türkei 2003 Ebenso ungewiss ist das Schicksal der YTP. Ihr Vorsitzender Cem findet jenseits von städtischen Intellektuellenkreisen und Medienvertretern in der Bevölkerung kaum Resonanz. Sein Stellvertreter und früherer politischer Ziehsohn Ecevits, Hüsamettin Özkan, ist genauso farblos. Die bei ihrer Gründung Anfang Juli von den Medien mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Partei war praktisch schon gescheitert, als es nicht gelang, den angesehenen früheren DSPWirtschaftsminister Kemal Dervi ş zum Mitmachen zu bewegen. Dieser sah letztlich für sich eine bessere politische Zukunft in Baykals CHP. Ein rasches Zusammengehen der YTP mit der CHP dürfte allerdings an den starken persönlichen Rivalitäten der jeweiligen Führungspersonen scheitern. Doch auch wenn DSP und YTP als eigene Parteien bestehen blieben, ist kaum damit zu rechnen, dass die sozialdemokratische Basis sich von der CHP abwenden wird. Viel hängt allerdings auch davon ab, ob Baykal in der Lage und Willens ist, seine Partei vorbehaltlos gegenüber früheren Konkurrenten zu öffnen. Wie alle"klassischen" türkischen Parteiführer tendiert auch der CHPVorsitzende zur Selbstüberschätzung der eigenen Stärke und ist wesentlich darauf bedacht, mögliche Führungsrivalen aus der Partei fernzuhalten. In dieser Haltung dürfte er vor allem dann bestärkt werden, wenn es den Führern der sozialdemokratischen Miniparteien wie in der Vergangenheit nicht gelingen sollte, ihre persönlichen Rivalitäten im Interesse des Aufbaus einer potenten Alternative zur CHP zu überwinden. Letztlich könnte trotz der sich infolge des klaren Wahlergebnisses anbietenden Möglichkeiten zur Konsolidierung die parteipolitische Zersplitterung der linken Mitte fortdauern. Ähnlich problematisch ist die Lage in der rechten Mitte, wo DYP und AnaP seit 15 Jahren um die Vorherrschaft kämpfen. Unter Turgut Özal hatte AnaP von 1983 bis 1989 mit absoluter Mehrheit
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