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Wege aus der Schuldenfalle : finanzpolitische Stabilität für Europa ; eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 26. November 2001 in Berlin
Entstehung
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38 3. Finanzpolitische Koordinierung im Euro-Raum: Grundsätze, Erfahrungen und wirtschaftspolitische Erfordernisse 3.1 Koordinierung der Wirtschaftspolitik im Euro-Raum Prof. Dr. Jürgen von Hagen Zentrum für Europäische Integrationsforschung(ZEI), Direktor, Bonn, Indiana University und Center for Economic and Policy Research(CEPR), Washington 1. Grundsätze der Koordinierung der Wirtschaftspolitik in der WWU Mit dem Beginn der Wirtschafts- und Währungsunion Anfang 1999 haben sich in Europa die Bedingungen der Wirtschaftspolitik qualitativ verändert. In dem durch den Euro geschaffenen gemeinsamen Währungs- und Finanzraum ha­ben die Mitgliedstaaten der WWU Anteil an einer Reihe von wirtschaftspoliti­schen Klubgütern, d.h. wirtschafts-politische Größen, deren Vorteile ihnen als Gruppe gemeinsam zuteil werden. 1 Das beste Beispiel hierfür ist die Stabilität des Preisniveaus. Da dasPreisniveau sinnvollerweise immer nur für einen Währungsraum insgesamt definiert werden kann, gilt Preisstabilität entweder für die gesamte Währungsunion oder sie gilt überhaupt nicht. Natürlich gibt es in einer Währungsunion regionale Unterschiede in den Preisen und in der Preisänderung. Diese Unterschiede sind aber nur als relative Preise zwischen den Regionen zu verstehen, mit der Geldpolitik und ihrem Mandat, der Wah­rung der Preisstabilität, haben sie nichts zu tun. Ähnliches gilt für das außen­wirtschaftliche Gleichgewicht der WWU gemessen an der Stabilität des Wech­selkurses des Euro gegenüber anderen Währungen, der ja für alle Mitglieder der WWU derselbe ist. Weitere wirtschaftspolitische Klubgüter sind das gerin­ge Währungsrisiko im Euro-Raum, das sich in niedrigen langfristigen Zinsen niederschlägt, und die Stabilität des Banken- und Finanzsektors, die sich in effizienter und stabiler Finanzintermediation ausdrückt. 1 Vgl. dazu Mundschenk, S. und von Hagen, J.(2001). The Functioning of Economic Policy Coordination in Europe. In A. Sapir und M. Buti(Hrsg.), EMU and Economic Policy in Europe: The Challenge of the Early Years. London: Edward Elgar Publishing.