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Die US-Ökonomie am Scheideweg : wirtschaftliche Schwächen erfordern ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik
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6 (Eigenkapitalsteigerungen) für private Im­mobilien bei und erschwert damit das kre­ditfinanzierte Konsumwachstum. Zum Ver­kauf anstehende Immobilien blieben im Juni 2006 durchschnittlich 6,1 Wochen auf dem Markt, verglichen zu 4,2 Wochen im Sommer 2005 ein Anstieg des vorhandenen Immobi­lienangebots um 45,2% im Laufe eines Jahres. Die längere Verweildauer der Immobilien auf dem Markt vermindert den Preisauftrieb bei Immobilien und führt teilweise sogar zu Preissenkungen. Da der Preis von Immobi­lien die Höhe des Eigenkapitals der Haushal­te bestimmt, bedeuten fallende Preise auch vermindertes Eigenkapital, der Basis für die Kreditaufnahme der Haushalte. Die offizielle Statistik des Office of Federal Housing Over­sight(OFHEO) zeigt, dass die Preise für pri­vate Immobilien um 12,0% im Jahr 2004 und um 13,3% im Jahr 2005 stiegen. Im ersten Quartal 2006 stiegen die Preise für private Immobilien nur um 8% auf Jahresbasis, d.h. ca. 40% langsamer als in 2005. Für den Rest von 2006 wird eine weiter verlangsamte Preissteigerung bei Immobilien erwartet. So berichtete die National Association of Real­tors(NAR), der amerikanische Verband der Immobilienmakler, dass der Medianpreis, der jenen Preis bezeichnet, bei dem die Hälfte al­ler Immobilien mehr und die andere Hälfte weniger kosten, nur um 3,7% vom zweiten Quartal 2005 zum zweiten Quartal 2006 ge­wachsen sei. Die NAR berichtete auch, dass die Preise für private Immobilien im zweiten Quartal 2006 in 26 Ballungszentren gesunken seien. 3. Zum Dritten müssen private Haushalte mehr Geld für die Rückzahlungslast zur Verfügung stellen, womit weniger Geld für andere Konsumgüter vorhanden ist. 4. Viertens erschweren höhere Zinsen die sog. Eigenkapital-Liquidierung, da sie zu ei­ner niedrigeren Kreditnachfrage führen. Das kann drastische Auswirkungen auf den Gesamtkonsum haben, selbst wenn die pri­vaten Haushalte die Eigenkapital­Liquidierung nur halbieren. Die gesamte Eigenkapital-Liquidierung im ersten Quar­FES-Analyse: USA tal 2006 war$124 Milliarden, was etwa 3,8% des Bruttoinlandsproduktes(BIP) ent­spricht. Eine Halbierung würde damit dem Entzug von 1,9% des BIPs aus dem Wirt­schaftskreislauf entsprechen. Wenige wirt­schaftliche Entwicklungen könnten ähnlich drastische wirtschaftliche Einschnitte dar­stellen. Der Arbeitsmarkt wird schwächer, ohne je richtig stark gewesen zu sein Verursacht haben die wirtschaftliche Schwäche 2006 höhere Zinsen, kombiniert mit einer nach­lassenden Nachfrage auf dem Immobilien­markt. Beide Faktoren führten nicht nur zu einem langsameren Beschäftigungswachstum in bau­nahen Branchen, sondern auch zu einem Rück­gang des Beschäftigungswachstums generell. Von August 2003, als die Arbeitsmarkterholung in Gang kam, bis Februar 2006, als sich die Im­mobilienflaute im Arbeitsmarkt bemerkbar machte, wurden im Monatsdurchschnitt 164.400 neue Stellen geschaffen. In den darauffolgenden Monaten entstanden durchschnittlich nur 124.800. Als Folge des schwächeren Beschäftigungswachs­tums stieg die Arbeitslosenquote im Juli 2006 zum ersten Mal seit über einem Jahr um 0,2 Pro­zentpunkte an. Die neu auftretende Schwäche am Arbeits­markt ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass der Arbeitsmarkt sich in den letzten Jahren nie wirklich erholt hatte. Die Ge­samtzahl der Stellen wuchs seit März 2001 im Monatsdurchschnitt um 0,4%; das entspricht nur einem Fünftel des langfristigen durchschnittli­chen monatlichen Stellenwachstums seit 1947. Damit hat der derzeitige Konjunkturzyklus das langsamste Beschäftigungswachstum seit der Weltwirtschaftskrise(Abb. 2).