FES-Analyse: USA ken der gesamtwirtschaflichen Sparquote alle positiven Auswirkungen auf Firmeninvestitionen aufheben wird und man aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Verringerung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums als Folge der Steuersenkungen rechnen müsse. In der Zukunft werden die weiterhin hohen Haushaltsdefizite ein großes Hemmnis darstellen, das öffentlichen Investitionen und Sozialausgaben entgegensteht. Das CBO schätzt, dass neue Defizite sich innerhalb der nächsten 10 Jahre, von 2007 bis 2016, auf insgesamt$3,5 Billionen belaufen werden. Diese Schätzung geht davon aus, dass die Steuersenkungen der letzten Jahre festgeschrieben werden und nicht, wie geplant, in den nächsten Jahren auslaufen. Vor dem Hintergrund weiterhin hoher Defizite wird die US-Regierung keine besonders große positive Rolle, wenn überhaupt eine, für das gesamtwirtschaftliche Wachstum spielen können. Ohne eine gezielte Rückführung der wirtschaftlich ineffizienten Steuersenkungen werden notwendige Staatsausgaben, z.B. zur Verbesserung des Gesundheitswesens, verschiedener sozialer Programme wie der Arbeitslosenversicherung, der Miethilfe und den Erziehungskrediten für Universitätsstudenten, zu kurz kommen. Der politische Wille, die Budgetdefizite ernsthaft anzugehen, besteht derzeit nicht. Im Gegenteil, der US-Kongress verabschiedete eine Fortsetzung der Steuersenkungen im Frühjahr 2006. Kurz vor der Sommerpause im August 2006 scheiterte eine Gesetzesvorlage der republikanischen Mehrheit im Senat, die eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohnes von derzeit $5,15 pro Stunde auf$7,25 pro Stunde in den 11 nächsten zwei Jahren mit einer Senkung der Hinterlassenschaftssteuer gekoppelt hätte. Hätte diese Gesetzesvorlage die notwendigen Stimmen erhalten, schätzt das unabhängige Center on Budget and Policy Priorities, dass das Haushaltsdefizit in den nächsten 10 Jahren um 268 Milliarden US-Dollar gestiegen wäre. In den ersten 10 Jahren der vollen Steuersenkung, von 2012 bis 2021, hätten sich die Kosten sogar auf insgesamt 1 Billion US-Dollar, inklusive Zinsen für die Neuverschuldung, belaufen. Der politische Trend geht derzeit eher zu weniger Effizienz in der Finanzpolitik: Es wird weiterhin viel Geld mit geringem volkswirtschaftlichen Nutzen ausgegeben. Das Land am Tropf internationaler Geldgeber Die hohen Budgetdefizite in Kombination mit der großen Schuldenaufnahme der privaten Haushalte bedeuteten, dass in den letzten Jahren die US-Regierung ihre Defizite vornehmlich durch den Verkauf von Bundesobligationen an internationale Investoren finanzieren musste. Während des derzeitigen Konjunkturzyklus haben ausländische Investoren 77,8% der Haushaltsdefizite finanziert(Abb. 4). Damit ist der Anteil der von der Öffentlichkeit gehaltenen Obligationen, die in ausländischer Hand sind, von 31,9% im März 2001 auf 48,5% im März 2006 in die Höhe geschnellt. Im Durchschnitt des Konjunkturzyklus hielten ausländische Investoren einen höheren Anteil der öffentlich gehandelten Bundesobligationen als je zuvor(Abb. 4).
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Die US-Ökonomie am Scheideweg : wirtschaftliche Schwächen erfordern ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik
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