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Rumänien: neues Tigerland oder Problemkind der EU?
Entstehung
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4 FES-Analyse: Rumänien Jenseits der Transformation Rumänien ist ein Land im Übergang. Dieser Satz ist mehr als ein Gemeinplatz. Er besagt, dass vieles, was wir heute wahrnehmen, wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein wird. Das Land ist in einem schnellen Wandel begriffen, dessen Ausmaß und Tiefe der an Konstanten orientierten Wahrnehmung leicht entgeht. Wenn wir die Richtung dieses Wandels bestimmen wollen, führt das Transformationsparadigma, das ge­wöhnlich auf die post-kommunistischen Länder an­gewandt wird, auf eine wenig ergiebige Fährte. Die Transformation, d.h. der Übergang von der Diktatur zur Demokratie und von der Plan- zur Marktwirt­schaft, ist auch in Rumänien weitestgehend abge­schlossen. Aber die Entwicklung geht weiter. Ihre Dynamik kommt von der Neustrukturierung der europäischen und darüber hinaus der globalen Wirtschaft. Die Aus­wirkungen dieser Dynamik auf die Gesellschaft wer­den mitbestimmt von der Art und Weise, wie die poli­tischen Prozesse organisiert sind, d.h. wie unterschied­liche Gruppen ihre Interessen geltend machen und die relevanten Spielregeln beeinflussen können. Die Eu­ropäische Union mit ihrem verbindlichen Regel­werk und ihren westlich dominierten Kräftekons­tellationen ist dabei ein Faktor, der in die politische Gleichung in Rumänien mit einfließt und sie wo­möglich erheblich verändert. Die Perspektive zügiger Wirtschaftsentwicklung Es besteht die reale Möglichkeit, dass Rumänien fester Teil eines osteuropäischen Wachstumssyn­droms wird, das folgende Dynamik aufweist: Produktionsverlagerung aus westlichen, insbesondere europäischen Hochlohnländern sowie eine eventuell hinzukommende Rückverlagerung aus problemati­scher werdenden Niedriglohnländern(wie z.B. Chi­na) bringen signifikante Wachstumsimpulse ins Land, die sich in höherem Einkommen und steigender Bin­nennachfrage nach Konsumgütern, Dienstleistungen und Immobilien fortsetzen. In nicht allzu ferner Zukunft geht die Entlassung von Arbeitskräften aus ineffizienten Betrieben, die aus der kommunistischen Planwirtschaft übernommen wur­den, zu Ende. Von da an werden die oben angespro­chenen Wachstumsimpulse auch eine positive Be­schäftigungsbilanz zur Folge haben. Der Einkommens- und Nachfrageeffekt wird ver­stärkt durch massenhafte Arbeitsmigration ins Aus­land und dem daraus resultierenden Geldfluss nach Rumänien. Die Arbeitsmigration senkt gleichzeitig den Druck auf den rumänischen Arbeitsmarkt, hält die Arbeitslosigkeit in Grenzen und trägt zur Auf­rechterhaltung des sozialen Friedens bei. In Rumänien bilden sich, von der nationalen Wirt­schaftspolitik klug unterstützt, unternehmerische Ini­tiativen und Angebotskapazitäten heraus, die den ur­sprünglichen, aus dem Ausland kommenden Impuls vertiefen und verstärken. Das schematisch dargestellte Wachstumssyndrom schafft in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas eine mit Ostasien vergleichbare Wachstumsregion, deren Dynamik sich nach innen selbst verstärkt und auch auf Westeuropa ausstrahlt, wo sie die unmittelbar ne­gativen Produktionsverlagerungseffekte mehr als kompensiert und so die politische Akzeptanz erhöht. Diese optimistische Perspektive stellt für Rumä­nien keine Utopie dar, sondern ein Potenzial, des­sen Verwirklichung im Raum Timisoara oder auch in Sibiu bereits erste Konturen zeigt. Gleichwohl ist es vorerst vor allem ein Potenzial, und seine Verwirklichung verlangt eine angemessene wirt­schaftspolitische Begleitung, die über die immer wieder genannten Transformations-Hausaufgaben hinausweist. An erster Stelle ist hier die Investition in Humankapital zu nennen, mit dem das Land immer noch gut, aber zunehmend weniger gut ausgestattet ist. Hinzu kommt die Entwicklung der physischen und institutionellen Infrastruktur sowie die gezielte Her­ausbildung regionaler industriellerCluster. Dass die Makroökonomie stimmen muss, versteht sich von selbst. Aber die stimmt ja auch weitgehend. Der seit 2000 anhaltende rasante Wirt­schaftsaufschwung Rumäniens setzt sich vorerst mit unverminderter Geschwindigkeit fort(s. Ta-