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Informationscontainer oder gebildete Bürger? : Die Zukunft der Universität ; Januar 2001
Entstehung
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Gesine Schwan Informationscontainer oder gebildete Bürger? Die Zukunft der Universität die regionale zum anderenentzerren bzw. verteilen werden und dass dies in dem Maße gelingt, wie die Probleme in bürgerlicher Verantwortung angegangen und entschieden werden; von Menschen, die es gelernt haben, über den Tellerrand ihrer eigenen Interes­sen, ihrer Lebenswelt, ihrer Profession, ihres Spezialgebiets oder Ihrer Weltanschauung hinaus zu blicken, sich in andere hineinzudenken und zu-fühlen, sich mit ihnen schonvor Ort zu verständigen und tragfähige Regelungen zu finden; je selbsttätiger, ohne Abwarten auf den Wink von oben, desto besser. II. 3. Verständigungsfähigkeit als Ziel universitärer Wahrheitssuche und als Kompetenz des gebildeten Bürgers So scheint mir das umfassende Ziel der zukünftigen Universität die Verständigungsfä­higkeit zu sein, im vielfältigen Sinne einerseits der kognitiven Einsicht in die Vorausset­zungen unseres Wissen, Denkens und Handelns, der reflektierten Kenntnis unterschiedli­cher Wirklichkeits- also auch Wissenschaftsbereiche, des Interesses an anderen ge­schichtlichen Erfahrungen und kulturellen Prägungen, sowie andererseits des Vermögens, der Phantasie und des Willens, sich in andere Denkweisen und Menschen hineinzuverset­zen und gemeinsam mit ihnen im Geiste der Freiheit und der Gerechtigkeit zu handeln. Nicht von ungefähr schwingen in dem WortVerständigung eine scheinbar rein intellektu­ell-kognitive Saite und eine moralische mit. Sie haben beide ihre unverzichtbare Bedeu­tung. Denn es geht bei ihr zum einen darum, Neues zu begreifen- in seiner Logik, seinem inneren Aufbau, seinen Konsequenzen etc.- das ist das ureigene Gebiet der Forschung. Zum anderen wird es aber auch immer lebens- ja überlebensnotwendiger, mit anderen Personen zu einem Einvernehmen zu gelangen, auf sie zuzugehen mit durchaus klaren Vorstellungen, aber mit der Bereitschaft, im Falle von Konflikten zu gerechten Lösungen zu gelangen. Das wiederum kann man nur, wenn man nicht im eigenen Kenntnis- und Le­bensbereich verkapselt bleibt, sondern, die eigene Welt reflektierend, sich auch auf ande­res versteht. Das vielfach proklamierteWissensmanagement verhält sich zur Verständi­gungsfähigkeit wie das Kegeln zum Schachspiel, allerdings ist es weniger kunstvoll, sport­lich und vor allem lustvoll als das Kegeln. III. Folgerungen für die Struktur der zukünftigen Universität Wenn ich im Folgenden die strukturellen Konsequenzen aus dem derartig umrissenen Ziel der Universität darzustellen suche, so geht es mir nicht um bis ins einzelne spezifizierte Regelungen, sondern um Leitlinien, die sich sowohl von der Tendenz einer technischen Virtualisierung der Universität der Auflösung ihrer räumlichen und zeitlichen Dimension als auch von Modellen einer durchgehenden Ökonomisierung und/ oder einer Zentralisie­www.fes-online-akademie.de Seite 11 von 19