Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen Begrüßung und Einführung Der Fachtag begann mit der Begrüßung der Anwesenden durch Dr. Christine Arbogast vom Fritz-Erler-Forum BadenWürttemberg und Ulrike Sammet von der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik Baden-Württemberg. Dr. Christine Arbogast verwies einleitend auf die Relevanz des Fachtages. Sie betonte, dass Rechtsextremismus noch immer als Randphänomen gelte und der Stereotyp vom männlichem rechten Skinhead dominant sei, obgleich sich die rechtextreme Szene längst ausdifferenziert und vor allem die Zahl engagierter Frauen und Mädchen zugenommen habe. Ulrike Sammet führte daran anschließend aus, dass es das Ziel der Tagung sei, zwei Erfahrungsstränge pädagogischer Arbeit zusammenzubringen: zum einen die Jugendarbeit- speziell Beratung und Information gegen Rechts, und zum anderen die Mädchenarbeit. Zwischen Windelwickeln und Straßenkampf. Rechtsextreme junge Frauen im Einsatz für Volk und Vaterland von Ellen Esen EmçäáíáâïáëëÉåëÅÜ~ÑíäÉêáå=~ìë=h~êäëêìÜÉF Ellen Esen erläuterte einleitend, dass sie sich seit Beginn der 1990er Jahre mit Rechtsextremismus auseinandersetzt. Auslöser hierfür war ein Vortrag in Thüringen, bei dem eine Lehrerin Beratungsbedarf bezüglich rechtsextremer Schülerinnen angemeldet hatte. Ihr Vortrag sei als„Blick durch das Schlüsselloch“ zu verstehen- die Forschung zu Mädchen und Rechtsextremismus steht erst am Anfang. Dementsprechend gibt es auch noch nicht umfassend Literatur zum Thema. Im ersten Teil ihres Vortrags,„Umgarnt und umworben“ präsentierte Ellen Esen einschlägige Aufkleber. Motive waren unter anderem „Volksgemeinschaft heißt Zukunft – es ist auch euer Kampf“,„Nationalismus ist auch Mädelsache“ sowie „Deutschland ist auch Frauensache.“ Die beispielhafte Darstellung verdeutlichte, dass es viele Werbematerialien der rechten Szene gibt, die Frauen und Mädchen ansprechen sollen. Was das Bundesland Baden-Württemberg betrifft, so ist derzeit nicht bekannt, wie viele Frauen und Mädchen tatsächlich in der in BadenWürttemberg flächendeckend vertretenen NPD aktiv und präsent sind. Im zweiten Teil des Vortrags„Unterschätzt: Rechtsextreme Frauen unter uns“ erläuterte Ellen Esen exemplarisch das unverdächtige und unverfängliche Auftreten vieler rechtsextremer Akteurinnen. Als Beispiel fungierte die Aktivistin Sigrid Schüssler, die als so genannte„Hexe Ragna“ ein Kindertheater namens„Hollerbusch“ betreibt. Bei ihr, so Ellen Esen, handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Viele Frauen und Mädchen der rechtsextremen Szene sind mittlerweile im pädagogischen Bereich tätig. Sigrid Schüssler hat beispielsweise gemeinsam mit der Diplom-Sozialarbeiterin Iris Niemeyer eine Hilfsorganisation für politisch verfolgte Kinder ins Leben gerufen. Iris Niemeyer ist nicht nur Sozialarbeiterin, 2
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Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
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