Druckschrift 
Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen Mädchen und rechtsextreme Orientierungen Regierung betrügt, Rundfunk und Fernse­hen lügt. Ein Teilnehmer erläuterte, dass man Hin­tergrundwissen benötigt, um derartiges Liedgut zu analysieren, über das ein 14­jähriger nicht verfügt. Es wurde festgehal­ten, dass Musik eine Einstiegsmöglichkeit in die rechte Szene darstellen kann und, dass man Lieder wie die vorgestellten als Aufhänger für Dialog, also pädagogisch, nutzen kann. Es folgte die Vorstellung einer Szene aus einem Jugendhaus: Es läuft ein rassistisches Lied. Die Verantwortlichen reagierten, in­dem sie das Lied ausmachten und eine Dis­kussion anfingen. Die folgende Diskussion begann mit der Frage, wie weit ein pädagogischer Auftrag geht, damit Jugendliche nicht in die Ecke gedrängt werden. Janka Kluge betonte, dass es wichtig ist, persönlich einen klaren Standpunkt zu be­ziehen. Im Zweifel hilft es auch, eindeutige Grenzen zu ziehen, z.B. ein Hausverbot auszusprechen. ^äë= òïÉáíÉë= iáÉÇÄÉáëéáÉä= ïìêÇÉ= Éáå= qÉñí= ÇÉê= dêìééÉ= ł i~åÇëÉê= îçêÖÉëíÉääíK= ł i~åÇëÉê= ïìêÇÉ== îÉêÄçíÉå= ïÉÖÉå=_áäÇìåÖ= ÉáåÉê= âêáJ ãáåÉääÉå=sÉêÉáåáÖìåÖK= Janka Kluge wies darauf hin, dass man Ju­gendliche auch fragen kann, ob sie solche Texte inhaltlich richtig finden. Ein Teilnehmer erkundigte sich nach der bei Jugendlichen oft bekannten und belieb­ten BandBöhse Onkelz. Janka Kluge erläuterte, dass diese aus der Frankfurter Hooligan-Szene stammen und verwoben mit der extremen Rechten sind. Sie wehrten sich nicht dagegen, bis ein luk­ratives Angebot aus der Plattenindustrie er­folgte, das mit der Auflage einer Distanzie­rung von der rechten Szene verbunden war. Leute, die den Hitlergruß zeigen, flie­gen seitdem bei Konzerten raus. Aber die Frage bleibt, ob die Band sich wirklichin­nerlich gewandelt hat. Problematisch ist, dass die Musik sehr eingängig ist, so dass es in der Auseinandersetzung mit Jugendli­chen schwierig ist, argumentativ zu inter­venieren. Neonazimusik war insgesamt früher dumpf und schlecht gemacht; dies hat sich mitt­lerweile geändert, es gibt fast keine Musik­richtung mehr, die nicht auch von Neo­Nazis bespielt wird. Sie covern beispielswei­15