Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen o zum Teil hat man es in der NeonaziSzene mit stark engagierten Jugendlichen zu tun, die gegen sog. Spaßgesellschaft, Kommerzialisierung eingestellt sind. o ein Teil der Szene besteht aus„sozialen Verlierern“, aber auch viele Realschüler und Gymnasiasten finden sich dort wieder. Die Szene ist nicht nur für sozial am Rande Stehende attraktiv. o Benennung einer Person, die über die Antifa-Szene ausstieg(über rechtes Forum im Internet, bei dem auch Linke präsent sind) hat sie Kontakt zu einem jungen Mann gefunden, der ihr half aus der Szene auszusteigen o zu Nazi-Hardcore-Musik: schwierig, da man die meisten Texte nicht versteht, wenn man solch eine Musik bei Jugendlichen findet sollte, macht es aber keinen Sinn diese weg zu nehmen. Ellen Esen gab noch den Hinweis auf eine Website, auf der man Songtexte und Infos über die Lieder/ Bands bekommen kann Æ www.thiazi.net Der Verfassungsschutz geht direkt auf Leute zu, die„gefährdet“ sind(wenn sie beispielsweise rechte Partys besuchen...). Bei Männern ist das einfacher, da diese oft Alkoholprobleme haben oder straffällig sind. Das kann als„Türöffner“ dienen um an sie zu appellieren, sich von der rechten Szene fern zu halten. Bei Frauen ist das ungleich schwieriger. These von Ellen Esen: Frauen schwenken im Gegensatz zu Männern nicht so schnell um, sie bleiben meist der Sache treu(es ist dabei egal ob sie über ihren Freund oder etwas anderes in die Szene gekommen sind). Es ist also wichtig sich mehr auf sie einzulassen und sie stärker als politische Akteure wahrzunehmen, welche die Szene stabilisieren und wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit der Nazis sind. Als Sozialarbeiter oder Sozialarbeiterin, der/die einen AussteigerIn betreut, sollte man möglichst früh Hilfe suchen. Aussteiger müssen die rechte Ideologie ablegen, es reichen nicht nur bestimmte Elemente aus. Diese Betreuung bringt eine hohe Verantwortung mit sich: Man übernimmt auch mit seiner Person Verantwortung, da viele der AussteigerInnen Nähe, Familie, Freundschaft... suchen, wodurch man schnell in die Rolle kommt, ihnen dieses geben zu müssen. SozialarbeiterInnen sollten daher immer versuchen, jene Fälle auf verschiedene Schultern zu verlagern. Auch die Durchführung von Veranstaltungen mit den AussteigerInnen bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Generell gilt hierfür: jede Frage muss erlaubt sein, der/die AussteigerIn hat selbst die Möglichkeit sich zu entscheiden, was er/sie nicht sagen möchte. Viele AussteigerInnen sind zudem vom Alter her nahe bei der jugendlichen Klientel, die beispielsweise derartige Podiumsdiskussionen besuchen. Literatur für weitere Informationen: Recherche Nord: Neonazistinnen – Frauen in der rechten Szene „Ein und Ausstiegsprozesse von RechtsextremistInnen“ – Analyse von Biografien(auch als PDF downloadbar) „Der Hass hat uns geeint“ von Birgit Rommelsbacher. 10
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Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
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