Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen sondern Vorsitzende des Ortsverbandes der NPD in Rheine. Unter der Überschrift„Klischees und Prototypen: Volksmütter“ stellte Ellen Esen anschließend exemplarisch Edda Schmidt vor. Edda Schmidt ist als einzige Frau im Landesvorstand der baden-württembergischen NPD vertreten und Vorsitzende des„Rings nationaler Frauen“. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf der so genannten„Brauchtumspflege“. Neben den„Volksmüttern“ wie Edda Schmidt existieren auch„Kämpferinnen: Autonome Nationalistinnen“. Diese zeichnen sich aus durch einen jugendkulturellen Dresscode und eine aggressive Präsenz, beispielsweise bei Neonazi-Aufmärschen. Am Beispiel von Anne-Marie Doberenz, einer Aktivistin der Jungen Nationaldemokraten(JN), der Jugendorganisation der NPD, stellte Ellen Esen die Gruppe vor. Anhand einer Fotostrecke wurde die Entwicklung von Anne-Marie Doberenz von einer ‚unscheinbaren’ Aktivistin zur„autonomen Nationalistin“ vorgestellt. Grundsätzlich, so Esen anschließend, kommen Frauen und Mädchen immer noch (aber nicht nur!) über ihre Beziehungen zu Männern in die rechte Szene. Allerdings bleiben sie nach Beziehungsende oft„dabei“, wechseln also weder Umfeld noch politische Gesinnung. Weiter stellte Ellen Esen die Gruppe„Skingirls: Reenes“ vor. Diese weibliche Subkultur innerhalb der rechten Szene, das Pendant zum männlichen Skinhead, zeichnet sich optisch durch Stiefel und Bomberjacke aus. Diese Subkultur geht aber ebenso wie das dazu gehörige Styling innerhalb der rechten Szene zurück. Dass es zwischen den einzelnen Gruppen rechtsextremer Frauen und Mädchen auch Übergänge und Schnittstellen geben kann, verdeutlichte Ellen Esen im nächsten Teil ihres Vortrages, der den Titel„Transformation: Vom Skingirl zur Volksmutter“ trug. Am Beispiel von Silvia Kirschner aus Thüringen, einem ehemaligen Skingirl, die sich heute als ‚völkische Bioheidin’ versteht und acht Kinder zur Welt brachte, wurde eine derartige Entwicklung nachgezeichnet. Anhand von Silvia Kirschner verwies Ellen Esen nochmals auf die freundliche Unauffälligkeit vieler rechtsextremer Frauen – so ist Silvia Kirschner in ihrem Wohnort engagiert(beispielsweise als Elternbeirätin) und genießt trotz ihrer politischen Orientierung ein gutes Ansehen. Ihr Engagement als Elternbeirätin ist ebenfalls typisch für rechtsextreme Frauen; sie nutzen Nischen, in denen das Gedränge um ‚Posten’ überschaubar ist und kommen so zum Zug. Vor allen Dingen problematisch ist dieses Vorgehen beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. 3
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Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
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