Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen dagogische Interventionen nur noch sehr schwer erreicht werden. Deshalb immens wichtig: Prävention, Angebote zur Stärkung demokratischer Strukturen. Arbeit mit rechtsextremen Gruppen hat meist eine Stärkung ihrer Strukturen zur Folge, Sozialarbeitende werden in die Gruppendynamik eingebunden. Selektivität bestimmter Konzepte für den Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen: Akzeptierende Jugendarbeit geht davon aus, dass rechtsextremen Jugendlichen etwas fehlt Konfrontierende Jugendarbeit fokussiert auf politische ‚moralisierende’ Auseinandersetzung = Konsequenzen für die Soziale Arbeit Allgemeine Ebene: Kulturelle Gegenangebote schaffen Æ Prävention! Über eigene inhaltliche Klarheit zu verfügen Æ eigene, klar antirassistische Grundhaltung Klare, nicht akzeptierende Haltung Direkte Ebene: Die Person anerkennen, Verhalten aber klar ablehnen(nicht die Person ablehnen, sondern ihr Verhalten) Offenes, narratives Nachfragen(biographisches Nachfragen und so Zielgruppe motivieren, in ihrer eigenen Erinnerung zurückzugehen; erfordert eigene Bereitschaft, Hintergründe zu erfassen und verstehend nachzuvollziehen, ohne diese jedoch zugleich zu akzeptieren) Methodisches Befremden(z.B. Ereignistagebuch schreiben) Johanna Sigl plädierte insgesamt für oÉJ âçåëíêìâíáîÉ=pçòá~äÉ=^êÄÉáí. Diese umfasst: Methodisches Befremden Narratives Nachfragen Ermöglichen von Selbstverstehensprozessen Sensibilisierung der Jugendlichen für das eigene Lebensumfeld Ermöglichung zur selbstkritischen und nicht destruktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Familien- und Lebensgeschichte NR= jáåìíÉå=^dJmÜ~ëÉW= aáëâìëëáçå= âçåâêÉJ íÉê= c~ääÄÉáëéáÉäÉ= ìåÇ= p~ããäìåÖ= îçå= i ∏ J ëìåÖëîçêëÅÜä®ÖÉå= Beispiel 1: Im jungen-dominierten Jugendfreizeitheim beginnen Mädchen, den Proberaum zu nutzen. Sie gründen eine Band; ihre Songs weisen dann jedoch eindeutig rechtes Gedankengut auf. Lösungsvorschläge: Die Mädchen im Vorfeld bereits interessiert begleiten – also mit in den Proberaum gehen und schauen, was dort passiert. Im Jugenfreizeitheim klare Regeln festsetzen. Mit den Jugendlichen ‚wertschätzend’ reden, jedoch eindeutig klar machen, dass der Proberaum für diese Inhalte nicht genutzt werden kann(„Es ist toll, dass ihr Musik macht. Wir würden euch das auch gerne weiter ermöglichen. Aber wir wollen diese Inhalte nicht hier im Haus, weil…“) Beispiel 2: Wahlkampf in der Stadt. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes sieht eine Kollegin am NPD-Stand. Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Lösungsvorschläge: An den Stand gehen, begrüßen und so „klar machen“, dass die Aktivität aufgefallen ist. Später benennen, dass der Chef informiert wird/Zuständige informiert werden. In Dialog mit Kollegen und Kolleginnen gehen und Sanktionsmöglichkeiten 12
Druckschrift
Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten