Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen „Verraten, verkauft, belogen, verloren“ Anett Müller verarbeitet darin ihre eigene Lebensgeschichte – linke Eltern, die sie verstoßen haben. Sie singt, sie sei in die Szene geraten, weil ihr Sohn in der Schule von Migranten dumm angemacht worden sei. ^åëÅÜäáÉ ≈ ÉåÇW= Bei einem Ausstiegsprozess sind Mütter wichtig, sie halten oft noch Kontakt zu ihren Töchtern, auch wenn sie mit deren rechter Einstellung nicht einverstanden sind. Männer halten sich in der Regel eher heraus. Dies bedeutet, dass es oft Mütter sind, die bei den Ausstiegsprozessen einen Einfluss auf ihre Töchter nehmen können. Rechte haben ein ausgeprägtes Elitebewusstsein, sie gehen davon aus, dass alle ‚Marionetten’ eines ‚gekauften Systems’ seien und alles in Hand eines ‚internationalen Judentums’ sei. Sie sehen politische Gegner und Gegnerinnen als Handlanger jenes Weltverschwörungssystems. Es ist auch gerade aufgrund dieser Überzeugung für viele Personen schwierig, aus der Szene auszusteigen, da sie meinen, dass sie so wieder zu denjenigen gehören, die„nur Marionetten“ sind. wìã=ÇêáííÉå=iáÉÇW== „Du gehst deinen Weg“ Textpassage„wenn wieder ein kleiner Junge bestialisch ermordet ist.“ ^åëÅÜäáÉ ≈ ÉåÇW= Genau solche Texte dienen als Türmacher, so gewinnen Nazis Sympathien in der Gesellschaft – was soweit geht, dass sie damit sogar einen Fuß in Schulen bekommen können. Durch diese Texte werden starke Emotionen und Gefühle angesprochen. Dies wird natürlich genutzt, es gibt sogar eine Soli-CD zum Thema„Kinderschänder“. §ÄÉêéê Ω ÑìåÖ= îçå= qÜÉëÉåI= ÇáÉ= ëáÅÜ=~ìÑ= dê Ω åÇÉ= ÇÉë=^ìëëíáÉÖë= ÄÉòáÉÜÉåK= a~Ñ Ω ê= ïìêÇÉ= Éáå= wÉííÉä= îÉêíÉáäíI=~ìÑ= ÇÉã= ÇáÉ= cê~J ÖÉå= îçå= bääÉå= bëÉå= ìåÇ= ÇáÉ=^åíïçêíÉå= ÉáJ åÉê=^ìëëíÉáÖÉêáå=ëí~åÇÉåK= Ergebnis und Diskussion: Für den Eintritt in die Szene sind die ersten zwei Punkte zentral: 1. Spaß, Partys, Konzerte, Freizeitaktionen 2. Kameradschaft, Rückhalt, Zugehörigkeit Das Politische spielt eher eine untergeordnete Rolle. Ein Hauptmotiv ist jedoch Ausländerfeindlichkeit. Anfangs schwimmen die neu eingestiegenen Frauen mit(Phase 1), erst dann(Phase 2) folgt die ideologische Festung. Dies bedeutet, dass es in der 1. Phase noch möglich ist, sie zu erreichen, es später dann jedoch nur noch sehr schwer möglich ist (insbesondere falls sie dann schwanger sind). Man sollte vor einer Schwangerschaft handeln, danach ist es sehr schwierig, da sie dann nicht nur aus der Szene aussteigen müssen, sondern auch aus ihrer Familie. Deshalb behandelte die Referentin Ellen Esen auch das Thema sexuelle Selbstbestimmung. Jene Selbstbestimmung ist laut Ellen Esen vielleicht ein Weg, rechte Frauen zum Nachdenken anzuregen, da sie in der rechten Szene nicht darüber verfügen. Ein weiterer Punkt sind bestimmte„Wörter“, da Jugendlichen in der rechten Szene die eigene Sprache weggenommen bzw. der Mund verboten wird. Dies kann man ihnen vermitteln und so vielleicht eine Reflexion anstoßen. wì= ÇÉå= ëç= ÖÉå~ååíÉå= ł pÅÜìäÜçÑJ`aë“= ïìêJ ÇÉ=ÑÉëíÖÉÜ~äíÉåW= Bands, die ihre Lieder geben, machen das oft um für ihre Produkte zu werben. Klassenstufe 9 und 10 sind die Altersgruppe, an die Rechte anknüpfen. Die meisten Songs kann man sich auch kostenlos über das Internet ziehen. 9
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Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
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