Dokumentation des Fachtages: Mitläuferinnen und Macherinnen – Mädchen und rechtsextreme Orientierungen Rechtsextremismus eröffnet Frauen und Mädchen insgesamt diverse Möglichkeiten, sich zu engagieren – vom Briefe schreiben für die„Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene“(HNG) über den Sanitätsdienst der NPD bis hin zum Texte publizieren im rechtextremen Theorieorgan„Junge Freiheit“. zehn Prozent gestiegen; diese Zahl verdeutlicht, dass sie Gewalt weniger ablehnen, und die Sensibilisierung hierfür nimmt auch in der Forschung zu Rechtsextremismus zu. Generell gilt, dass Frauen eher an indirekter Gewaltausübung beteiligt sind, statt an direkter Gewaltausübung. Fazit Ellen Esen betont, dass zum Thema rechtsextreme Frauen und Mädchen dringend aufgeklärt werden muss. Darüber hinaus müssen Lehrer, Eltern und Sozialarbeit thematisch sensibilisiert werden. Rechtsextreme Orientierungen bei Mädchen in lebensgeschichtlicher Perspektive. Geschlechtsspezifische Aspekte und Konsequenzen für pädagogische Handlungsstrategien. von Johanna Sigl m®Ç~ÖçÖáåI=pçòáçäçÖáåI=_áäÇìåÖëêÉÑÉêÉåíáå=~ìë== d ∏ ííáåÖÉå Johanna Sigl konstatierte zunächst, dass rechtsextreme Frauen und Mädchen lange Zeit von der Forschung nicht als diejenigen Akteurinnen wahrgenommen wurden, die sie tatsächlich sind. Da sie auf der Einstellungsebene Männern in Nichts nachstehen, ist es wichtig, sich auch wissenschaftlich mit ihnen auseinander zu setzen. Zudem ist umfassende Präventionsarbeit nur möglich, wenn man sich mit den Motiven von Frauen und Mädchen, die sich rechtsextrem orientieren, befasst. Viele Frauen und Mädchen wurden, gerade wenn es um die Beteiligung an Gewalttaten ging, lange nicht wahrgenommen. Ihre Zahl ist jedoch in den letzten Jahren auf In den 1990er Jahre fanden erste Untersuchung zu Frauen und Rechtsextremismus statt. Johanna Sigl präsentierte im Folgenden einen Überblick der Erklärungsansätze für rechtsextreme Orientierungen bei Frauen und Mädchen. 1. Dominanzkultur nach der Soziologin Birgit Rommelsbacher: Dominanz und Unterwerfung strukturieren die bundesdeutsche Gesellschaft. Frauen fügen sich als Unterworfene in dieselbe ein und fühlen sich aber zugleich beispielsweise Frauen in Dritte-Welt-Staaten oder Migrantinnen überlegen. 2. Individualisierungsthese: Traditionelle Wertvorstellungen haben ihre gesellschaftliche Wirkung verloren. Als Kehrseite dieses Verlustes steigt die indivi5
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Mitläuferinnen & Macherinnen - Mädchen und rechtsextreme Orientierungen : Dokumentation des Fachtages am 28. Januar 2010 in Stuttgart
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