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Analyse der Bundestagswahl 2025 : eine harte Niederlage mit einer doppelten Herausforderung für die Sozialdemokratie
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Was hat sich im Vergleich zur letzten Wahl verändert? Es geht um was: Höchste Wahlbeteiligung seit der Wiedervereinigung Eine der positiven Überraschungen der vorgezogenen Neu­wahlen war die stark gestiegene Wahlbeteiligung. 82,5 Pro­zent der Wahlberechtigten, das sind knapp 50 Millionen Bundesbürger:innen, haben ihr Wahlrecht ausgeübt. Ein neuer Höchstwert seit der Wiedervereinigung. Die Wahlbe­teiligung bei Bundestagswahlen lag seit 1990 zumeist un­ter 80 Prozent. Nur bei der Wahl 1998, der Abwahl von Helmut Kohl, stieg die Wahlbeteiligung auf 82,2 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung war mit 70,8 Prozent die Bundestagswahl im Jahr 2009. Danach stiegen die Werte wieder leicht an. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 nahmen 76,6 Prozent der Wahlberechtigten teil. Damals hatten 73,8 Prozent in Ostdeutschland und 77,1 Prozent in Westdeutschland von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Auch im Jahr 2025 ist die Wahlbeteiligung im Osten mit 80,3 Prozent etwas niedriger als im Westen Deutschlands (83,1 Prozent). Doch gleichen sich die Werte allmählich an, so ist die Wahlbeteiligung in Ostdeutschland mit 7,4 Pro­zentpunkten etwas stärker angestiegen als im Westen (+5,9 Prozentpunkte). Die geringste Wahlbeteiligung findet sich in den Bundesländern Sachsen-Anhalt(77,7 Prozent) und Bremen(77,8 Prozent). In Bayern findet sich dagegen die höchste Wahlbeteiligung mit 84,5 Prozent. Ein Blick auf die Wahlkreise mit höchster und niedrigster Wahlbeteiligung In der Politikwissenschaft werden zumeist die Faktoren Ressourcen, Motivation und Netzwerke genannt, wenn es um die Erklärung der Höhe der Wahlbeteiligung geht. Wer über mehr Ressourcen, wie Einkommen und Bildung, ver­fügt, nimmt mit höherer Wahrscheinlichkeit an Wahlen teil. Wichtig ist aber auch, ob man sich für Politik interessiert und der Meinung ist, dass man selber etwas politisch be­wirken kann. Außerdem spielt es eine Rolle, wie das eigene soziale Umfeld über die Teilnahme an Wahlen und Politik denkt. Auf Basis der Wahlen 2017 und 2021 hat der Politikwis­senschaftler Armin Schäfer(2023) aufgezeigt, dass sich erstens die Höhe der Wahlbeteiligung nicht stark verän­dert. Wahlkreise mit hoher Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl weisen wahrscheinlich auch bei der nächsten Wahl eine hohe Wahlbeteiligung auf. Zweitens kann anhand von Indikatoren, wie dem durchschnittlichen Einkommen in ei­nem Wahlkreis oder der Arbeitslosenquote, recht zuverläs­sig auf die Wahlbeteiligung geschlossen werden. Dieser Befund gilt augenscheinlich auch für die Bundes­tagswahl 2025: Die höchste Wahlbeteiligung in einem Wahlkreis findet sich, wie bereits 2021, im Wahlkreis Mün­chen-Land mit 88,1 Prozent. Es folgen die Wahlkreise Köln II(88,0 Prozent), Starnberg Landsberg am Lech(87,7 Prozent), Münster und Coesfeld-Steinfurt II(beide 87,5 Pro­zent). In den bayrischen Wahlkreisen und Coesfeld-Stein­furt erzielen CSU und CDU um die 40 Prozent der Zweit­stimmen. In Köln II und Münster liegen dagegen die Grü­nen mit 25,8 und 26,6 Prozent der Zweitstimmen knapp vor der CDU und können jeweils auch das Direktmandat mit über 30 Prozent der Erststimmen erringen. Die geringste Wahlbeteiligung in einem Wahlkreis findet sich, ebenfalls wie bereits 2021, im Wahlkreis Duisburg II mit 73,5 Prozent. Allerdings ist hier die Wahlbeteiligung über 10 Prozentpunkte gestiegen. Weitere Wahlkreise mit vergleichsweise niedriger Wahlbeteiligung sind Bremen II Bremerhaven(73,9 Prozent), Gelsenkirchen(74,5 Prozent) und Essen II(75 Prozent) alles Wahlkreise, in denen die SPD bei den Zweitstimmen vor den anderen Parteien liegt, abgesehen von Gelsenkirchen, wo die AfD 11,9 Prozent­punkte zulegen konnte und nun knapp vor der SPD liegt. Vergleicht man jeweils die 30 Wahlkreise mit der höchsten und niedrigsten Wahlbeteiligung, so ist diese in den Wahl­kreisen mit der niedrigsten Wahlbeteiligung stärker gestie­gen, nämlich um 8 Prozentpunkte. Dagegen ist die Wahl­beteiligung in den Wahlkreisen mit der stärksten Wahlbe­teiligung nur um 4,2 Prozentpunkte gestiegen. Briefwahl: Populär, aber erschwert durch ver­kürzte Fristen Lange spielte die Briefwahl nur eine Nebenrolle bei der Stimmabgabe in Deutschland. Im Jahr 1990 lag der Anteil der Briefwähler:innen noch unter 10 Prozent. Seitdem ist der Anteil aber kontinuierlich gestiegen. Bei der Bundes­tagswahl 2009 mussten erstmalig keine Hinderungsgründe mehr bei der Beantragung der Briefwahl genannt werden, sodass der Anteil erstmalig über 20 Prozent lag. Bei der Bundestagswahl 2021 unter Corona-Bedingungen nutzten 47 Prozent die Möglichkeit der Briefwahl. Die Briefwahl­zahlen für die Bundestagswahl 2025 liegen noch nicht vor. Analyse der Bundestagswahl 2025 15