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Analyse der Bundestagswahl 2025 : eine harte Niederlage mit einer doppelten Herausforderung für die Sozialdemokratie
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Wähler:innenwanderung SPD +250.000 +120.000 +60.000 –100.000 SPD –440.000 –560.000 –630.000 –720.000 –1.760.000 Q Q u u e e l l l l e e : : I I n n f f r r a a t t e e s s t t d d i i m m a a p p E E x x i i t t P P o o l l l l . . Abb. 12 A bb. 12 Nichtwähler:innen FDP Andere Grüne BSW Linke Erstwähler:innen/ Verstorbene AfD CDU/CSU In den Medien wurde sowohl über ein weiterhin hohes Inte­resse an der Briefwahl als auch die Probleme bei der recht­zeitigen Zu- und Rücksendung der Unterlagen berichtet. Auch das Interesse der Auslandsdeutschen an einer Teil­nahme an der diesjährigen Bundestagswahl war groß. Über 200.000 Personen haben sich in das Wähler:innenverzeich­nis eintragen lassen. Allerdings gingen bei der Bundes­wahlleiterin Beschwerden von im Ausland lebenden Deut­sche ein, da eine rechtzeitige Zustellung der Wahlbriefe aufgrund der verkürzten Fristen bei einer vorgezogenen Neuwahl nicht oder kaum möglich war. Es ist daher davon auszugehen, dass es hier ein juristisches Nachspiel geben wird und gerichtlich geklärt werden muss, inwieweit hier gegen die aus Art. 38 Grundgesetz abgeleiteten Wahl­grundsätze verstoßen wurde. Wähler:innenwanderungen Die Frage, welche Partei an welches andere Lager Stimmen abgegeben oder gewonnen hat, ist allgemein von großem Interesse. Die Erfassung ist allerdings methodisch sehr schwierig und die Aussagekraft umstritten. Unsere Auswer­tung basiert auf der Nachwahlbefragung(Exit Poll) von Inf­ratest dimap in ausgewählten Wahllokalen bzw. Stimmbe­zirken. Die Grafiken geben für die jeweilige Partei an, wel­che Anzahl an Stimmen dazugewonnen oder abgegeben wurde. Neben den konkurrierenden Parteien gibt es noch die Gruppen der Nichtwähler:innen sowie Erstwähler:innen/ Verstorbene. Es handelt sich um hochgerechnete Werte, daher sind viel mehr die Größenverhältnisse und generellen Strömungen von Interesse als die Zahlen selber. Die historische Niederlage und starken Verluste der SPD lassen sich auch im Wanderungsmodell nachzeichnen. Die SPD erhält noch knapp 8.150.000 Zweitstimmen ein Ver­lust von etwas mehr als 3.750.000 Stimmen. Der mit Ab­stand größte Stimmenverlust findet sich in Richtung Union (1.760.000). Danach folgen die AfD(720.000) und Erst­wähler:innen/Verstorbene(630.000). Aber auch an die Lin­ke(560.000) und das BSW(440.000) gehen substanzielle Wähler:innenstimmen verloren. Die geringsten Verluste werden in Richtung Grüne(100.000) gemessen. Zugewinne verzeichnet die SPD dagegen am stärksten von der Gruppe der Nichtwähler:innen(250.000), gefolgt von ehemaligen FDP-Wähler:innen(120.000) und anderen Parteien (60.000). Die Unionsparteien CDU und CSU erzielen knapp 14.160.000 Zweitstimmen, ein Plus von knapp 3 Millionen Stimmen. Die Zugewinne resultieren in erster Linie aus frü­heren Wähler:innen der Ampelkoalition: 1.760.000 Stim­men erhält laut Wanderungsmodell die Union von der SPD, 1.350.000 Stimmen von der FDP, und geschätzte 460.000 Stimmen wandern von den Grünen zur Union. Einen star­ken Zugewinn von 900.000 Stimmen wird von der Gruppe der Nichtwähler:innen festgestellt. Von anderen Parteien kommen rund 360.000 Stimmen. Trotz der Position als Wahlsiegerin muss die Union durch­aus größere Abflüsse an Stimmen hinnehmen: So wandern knapp über 1 Million Stimmen an die AfD. 620.000 Stim­men gehen an die Gruppe der Erstwähler:innen/Verstorbe­ne. Eine ähnlich hohe Zahl wie die SPD. Gemeinsam ist beiden Parteien, dass sie stark von älteren Wahlberechtig­ten gewählt werden, sodass für beide Parteien anzuneh­16 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.