Was bedeutet das Ergebnis für die Regierungsbildung? Die neue Regierungsbildung steht ganz im Zeichen eines Zweierbündnisses. Nach dem Aus der Ampelkoalition gilt die erste Dreierkoalition auf Bundesebene als gescheitertes Experiment. Mit drei um die Fünfprozenthürde schwankenden Parteien war der Wahlkampf noch geprägt von der Unsicherheit, ob dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann. Nun hat der Wahlausgang gezeigt, dass nur fünf Parteien den Einzug in den Bundestag geschafft haben, was die Bildung einer Koalition aus zwei Parteien zumindest rechnerisch möglich macht. Das gilt für die Bündnisse aus CDU/CSU sowohl mit der SPD, aber auch mit der AfD. Auch wenn Friedrich Merz es nicht gelungen ist, die Union zurück über die 30 Prozent zu führen, liegt der Auftrag zur Regierungsbildung nun in seinen Händen, wie es auch Olaf Scholz direkt nach dem Wahlausgang im Willy-BrandtHaus verkündete. Da Merz eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen hat, steht als einzig rechnerisch mögliches Zweierbündnis eine Koalition mit der SPD zur Verfügung. Wie SPD-Generalsekretär, Matthias Miersch, bereits verkündet hat, ergibt sich aber aus diesem Umstand keine Selbstverständlichkeit einer Koalition. Der Wahlkampf hat durchaus die Unterschiede zwischen den beiden Parteien aufgezeigt, daher werden die Verhandlungen kein Selbstläufer, und es muss sich erst einmal zeigen, ob man sich einigen kann. Außerdem werde es einen Mitgliederentscheid innerhalb der SPD geben, so der Generalsekretär der SPD. Die schwierige Gratwanderung für die anstehenden Verhandlungen liegt damit zwischen der Durchsetzung sozialdemokratischer Forderungen und der staatspolitischen Verantwortung, die einzig politisch mögliche Bündnisoption zwischen zwei demokratischen Parteien mitzutragen. Gerade nach den letzten Wochen des Wahlkampfs und den dort eröffneten Gräben, werden die Verhandlungen sicherlich nicht einfach. Rechnerisch mögliche Koalitionen Angaben in Anzahl der Mandate pro Partei CDU/CSU+ AfD 208 316 Sitze 152 CDU/CSU+ SPD 208 120 CDU/CSU+ Grüne 208 85 SPD+ Grüne 120 85 CDU/CSU+ SPD+ Grüne 208 120 85 SPD+ Grüne+ Linke 120 85 64 Hinweis: Mehrheit mit 316 Sitzen. Quelle: Bundeswahlleiterin. Abb. 22 A bb. 22 360 Sitze 328 Sitze 293 Sitze 205 Sitze 413 Sitze 269 Sitze Analyse der Bundestagswahl 2025 25
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Analyse der Bundestagswahl 2025 : eine harte Niederlage mit einer doppelten Herausforderung für die Sozialdemokratie
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