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Die Entwicklung des globalen Gewerkschaftsnetzwerks im Nestlé-Konzern : gewerkschaftliche Gegenmacht im transnationalen Konzern?
Entstehung
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3.3. Die Netzwerkaktivitäten in Afrika: Das Treffen in Kapstadt, Frühjahr 2003 Die Entwicklung des Nestlé-Gewerkschaftsnetzwerks findet auf dem afrikanischen Kontinent unter äußerst ungünstigen Rahmenbedin­gungen statt. Die afrikanischen IUL-Mitgliedsgewerkschaften sind von wenigen Ausnahmen abgesehen durchsetzungs- und ressourcen­schwach und in erster Linie selbst auf Unterstützung angewiesen. Viele verfügen nicht über die notwendige kommunikationstechnische Infrastruktur(Email, Fax). Das Netzwerk ist in Afrika entsprechend schwach entwickelt. Das IUL-Sekretariat führte seit 1991 insgesamt drei regionale Netz­werktreffen durch. Auf dem letzten Treffen, das im Frühjahr 2003 in Kapstadt stattfand und sich an Nestlé-Gewerkschaften des englisch­sprachigen Afrikas wandte, waren Gewerkschaftsdelegierte aus Ägyp­ten, Ghana, Kenia, Namibia, Simbabwe und Südafrika anwesend. Zudem war der oberste HR-Manager des Nestlé-Konzerns der Anfrage der IUL nach seiner Beteiligung gefolgt und stellte sich, begleitet von der für Südafrika und Simbabwe zuständigen HR-Managerin, für etwa zwei Stunden einem Dialog mit den Gewerkschaftsdelegierten. Das Netzwerktreffen hatte für die beteiligten Gewerkschaftsdelegier­ten drei wichtige Funktionen. Es ermöglichte erstens den Informati­ons- und Erfahrungsaustausch untereinander(die horizontale Vernet­zung), zweitens den unmittelbaren Austausch mit der IUL(die vertikale Vernetzung) und drittens den direkten Kontakt mit dem globalen HR­Manager. (1) Der Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander Standortübergreifende Umstrukurierungen verbunden mit Produkti­onsverlagerungen spielen in Afrika eine weitaus geringere Rolle als in Asien-Pazifik oder Europa. Einzig die südafrikanischen Gewerkschafts­delegierten berichteten von Produktionsverlagerungen, die aber weit­gehend auf Südafrika, allenfalls unter Einbeziehung der Nachbarlän­der, begrenzt sind. Zudem dürfte der umfängliche Arbeitsplatzabbau 25