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Die Entwicklung des globalen Gewerkschaftsnetzwerks im Nestlé-Konzern : gewerkschaftliche Gegenmacht im transnationalen Konzern?
Entstehung
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4.4. Entwicklungsmöglichkeiten einer transnationalen Vernetzung im Nestlé-Konzern Dennoch bietet das globale Gewerkschaftnetzwerk im Nestlé-Konzern Möglichkeiten einer pragmatischen und schrittweisen organisatori­schen und inhaltlichen Weiterentwicklung der bisherigen Aktivitäten und bereits entwickelten Handlungsansätzen. In Reaktion auf die fehlende Kontinuität des Informationsaustausches und der Vernetzung jenseits der durchgeführten Treffen und der auf lokaler und nationaler Ebene bestehenden gewerkschaftlichen Schwä­chen und Probleme wurde ein organisatorisches Konzept entwickelt, das von der Konzentration auf die in relativ großem zeitlichem Ab­stand stattfindenden Netzwerktreffen abrückt und auf eine kontinuierlichere Arbeit setzt. Dieses Konzept beruht darauf, die Vernetzung in den vier Weltregionen(Afrika, Asien/Pazifik, Lateinamerika und Osteuropa) sowohl horizontal als auch vertikal mithilfe regionaler NetzwerkkoordinatorInnen zu intensivieren und zu verstetigen. Diese werden mit der Aufgabe eingesetzt, die Nestlé­Gewerkschaften in dieser Region zu betreuen, sie bei Konflikten zu unterstützen und den Informationsaustausch untereinander und mit der IUL zu befördern(vertikale Vernetzung). Die vier, von der Friedrich­Ebert-Stiftung finanzierten 15 KoordinatorInnen sind an das IUL­Generalsekretariat angekoppelt und sollen in enger Kooperation mit den IUL-Regionalsekretariaten arbeiten(horizontale Vernetzung). Die NetzwerkkoordinatorInnen werden selbst Aktivposten der Vernetzung sein, zugleich wird es aber in Anbetracht des befristeten Charakters ihrer Funktion ihre Aufgabe sein, die horizontale und vertikale Vernet­zung so voranzutreiben, dass sie sich weitgehend überflüssig machen und eine sich selbst tragende und vorantreibende soziale Dynamik der 15 Die Friedrich-Ebert-Stiftung übernimmt die Finanzierung von vier halbe Stellen ab September 2004 für insgesamt 2,5 Jahre. Die KoordinatorInnen werden jeweils die Hälfte ihrer Arbeitszeit für Koordinationstätigkeiten bei Nestlé auf­bringen, die andere Hälfte(die vom norwegischen Gewerkschaftsdachverband LO finanziert wird) für entsprechende Koordinationstätigkeiten bei Coca Cola. 52